Wohnhaus

Siebachstraße 42 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0713
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siebachstraße 42, 50733 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.05.1981
Stadtteil Nippes

Errichtet um 1877, ausgebaut und umgestaltet 1896. 3 Achsen, 2 Geschosse und 1896 ausgebautes (in den Seitenachsen verändertes) Dachgeschoß. Putz- und Stuckfassade, dekoriert (1896) in Schmuckformen der Renaissance, des Barock und Rokoko; zweistufiger, mit Muschelwerk bekrönter Giebel in der Mittelachse; horizontale Gliederung durch Gesimse und Fensterbänke; in Höhe des Obergeschosses Rahmung der Mittelachse durch kannelierte Pilaster; im oberen Giebelfeld Medaillon mit Relief eines bekrönten Frauenkopfes (Maria Königin -?-); im unteren Giebelfeld kartouchenähnlich gerahmte Halbkugel mit reliefiertem Buchstaben B (für Brakenbusch, s. u.). Fenster stilgerecht erneuert, Haustür und schmiedeeiserne Kellerfenster-Schutzgitter original. Rückseite verputzt, im Bereich ehemaliger Balkone verändert; Fenster ausgewechselt; etwa in der Mittelachse standerkerartiger Anbau (für Toiletten), 1896 zweigeschossig errichtet, 1933 aufgestockt; kleine Terrasse mit Eisengitter-Brüstung. Ca. 9 x 49 m großer Garten, zu den Nachbargrundstücken hin durch Backsteinmauern eingefriedet, zu Nr. 40 hin in Hausnähe gemauerte Pfosten mit Eisengitter. - Im Garten vermutlich untertägig noch Gewölbe der hier ehemals arbeitenden Gießerei. - Im Innern original erhalten: im Vestibül sparsamer Deckenstuck, Stützbogen; in Vestibül und Hausflur farbige Bodenfliesen; Holztreppe mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; einige Wohnungs- und Zimmertüren, im Obergeschoß Zimmerdecken mit Kehlung und sparsamer Stuckierung; in den Küchen von Erdgeschoß und Obergeschoß Wandfliesen (weiß, blau-weiß umrandet).

Das Haus Siebachstraße 42 ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das ehemals dörfliche Nippes, 1888 nach Köln eingemeindet, entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Industrieort. Angelegt Anfang der 1870er Jahre als östlichste Straße des neuen "Sechzig"-Viertels, war die Siebachstraße in ihrer südlichen Partie bereits um 1880 annähernd geschlossen bebaut, und zwar auf der linken Seite bis zu Eisenbahn- (=Sechzig-)Straße, auf der rechten Seite bis zur Höhe der späteren Cranachstraße. Das Haus Nr. 42 repräsentiert in seinem Kern diese früheste Bebauungsphase. Errichtet um 1877 für den Eisengießereibe- sitzer H. O. Krug, gehörte es bis Anfang der 1890er Jahre zu der Eisengießerei, zeitweise auch Maschinenfabrik (zuerst Krug, dann Krug & Gerlach, schließlich Gerlach), die seit ca. 1887 das ganze Gelände der späteren Häuser Nr. 42-50 (=Ecke Caranachstraße) umfaßte. 1892 wurde der Betrieb stillgelegt; in den folgenden Jahren entstanden auf dem parzellierten Gelände die Häuser Nr. 44, 46 und 48. Das ältere Haus Nr. 42 ging 1895/96 in den Besitz des Lehrers Julius Brakenbusch über, der 1896 das Dachgeschoß ausbauen und den rückwärtigen Anbau errichten ließ. Im Zuge dieser Baumaßnahmen erhielt die Fassade ihre recht aufwendige Stuckierung.

Ein unverzichtbarer Bestandteil des Siebachstraße 36-48 annähernd vollständig erhalten gebliebenen Ensembles von Wohnhäusern bzw. Wohn- und Geschäftshäusern des ausgehenden 19. Jahrhunderts, ist das Haus Nr. 42 mit seiner Geschichte zugleich ein hervorragendes Dokument der um die Jahrhundertwende einsetzenden Wandlung des ehemals dörflichen Nippes vom Industrieort zum bürgerlichen Wohnort.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0