Wohn- u. Geschäftshaus

Siebachstraße 40 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8500
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Siebachstraße 40, 50733 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.01.2001
Stadtteil Nippes

Erbaut um 1900; 3 Geschosse, 3 Achsen;

historisierende Stuckfassade; ältere Fenster mit Oberlichten, sämtlich mit Rollläden, Fensterdächern und Sohlbankgesimsen; ausgebautes Mansarddach mit drei originalen, jetzt renovierten Gauben (Fenster modernisiert) zur Straßenseite und einer originalen Gaube zur Hofseite, vorkragende Traufe (erneuerter Blechkasten) auf 6 Konsolen.

EG verändert (verklinkert); Ladeneingang, Schaufenster und Hauseingangstüre verändert.

im Innern:

Vestibül mit erhaltenem Deckenstuck; originaler hölzerne Treppe mit Antrittspfosten, hölzernem Handlauf, gedrechselten Stäben und hölzernen Podesten. Die kassettierten Wohnungseinganstüren/Laibungen sind teilweise erhalten; in den Räumen der Wohnungen Deckenstuck, der teilweise unter abgehängten Decken verborgen ist; ältere Hoftüre.

Rückseite:

Backsteinsichtig mit sparsamen Backsteingliederungen und einer Fensterachse. Backsteinsichtiger, sparsam gegliederter, zweigeschossiger, dreiachsiger Anbau; an der Stirnseite eine originale und eine später eingebrochene Fensteröffnung; alle Fenster modernisiert; moderne Feuerschutztreppe.

Alte Abgrenzungsmauer zum Nachbargrundstück (Siebachstrasse 42).

nicht zum Denkmal gehörig: Leuchtreklame im 1. OG; zum Anbau hinzugefügter Schuppen.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes – mit der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet 1888 - zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neu Arbeiterviertel „Sechzig", als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstrasse angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber fast alle nicht aus der Frühzeit des „Sechzig“, sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. So entstanden in den Jahren 1887/88 auf der rechten Straßenseite zwischen Cranach- und Steinberger- bzw. zwischen Steinberger- und Wilhelm-Straße die zweigeschossigen Dreifensterhäuser Nr. 56-64 und 76-82, deren erste Bewohner - überwiegend Handwerker, Arbeiter, kleine Angestellte und Beamte, zu jeweils zwei bis drei Parteien pro Haus - direkt oder indirekt von den Zentral-Eisenbahnwerkstätten lebten.

Das Haus Siebachstr. 40, erbaut um 1900 und in seiner Fassadengestaltung sich am stadtkölnischen Vorbild orientierend, ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses im Erscheinungsbild im ganzen recht gut erhalten gebliebenen Ensembles. Zugleich ist das Haus ein wertvolles Dokument der langwierigen Entstehungsgeschichte des Quartiers um die Wilhelmstraße. Angelegt 1873/74, also eine der alten Straßen des modernen Nippes, hatte die ursprüngliche Wilhelmstraße lediglich Niehler und Neusser Straße miteinander verbunden. Erst Ende der 1890er Jahre begann der Ausbau einer Verlängerung über die Neusser Straße hinaus bis hin zur Merheimer Straße. Als letztes Stück entstand die Partie zwischen der seit 1900 als breite Alleestraße gestalteten Kempener und der Siebachstrasse. Das Haus Siebachstrasse 40 dokumentiert – zusammen mit dem ganz ähnlich gestalteteten Haus Nr. 36 - die spätere Ausbauphase nach der Eingemeindung nach Köln. Es ist somit aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0