Wohnhaus

Christian-Schult-Straße 22 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0724
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Christian-Schult-Straße 22, 50823 Köln
Baujahr1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.07.1981
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus Christian-Schult-Str. 22 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Christian-Schult-Straße liegt in dem kleinen, nordöstlichen Ensemblegebiet Ehrenfelds.

Das um 1900 vom Architekten Heinrich Schumm mit einer historisierenden Stuckfassade und sehr reizvollem, gotisierenden Erker zur abgeschrägten Ecke an der Everhardstraße errichtete Gebäude ist dreigeschossig zuzüglich dem Souterrain. Die Höherzonung enspricht der Geschossigkeit des gegenüber liegenden Eckhauses, was die städtebauliche Betonung der Straßenkreuzungen unterstreicht. Das Wohnhaus besitzt an der Christian-Schult-Straße fünf Achsen, wobei die Achse des von der Straße aus belichteten Treppenhauses nur im Hochparterre mittig liegt, während sie in den Obergeschossen durch das Weglassen des rechten Fensters bei sehr zurückhaltender Stuckierung (wie die übrigen Fenster) von der Wandfläche aufgesaugt wird. Zur Everhardstraße wiederholen zwei Achsen die eher knappen Stuckdekorationen. Die übrige Fassade ist weitgehend verputzt, es haben sich die reich verzierte Haustüre sowie die Holzfenster mit den originalen, kleinteiligen Sprossenoberlichtern mit teilweise grüner Originalverglasung erhalten. Während die Fassaden des Gebäudes in ihrer differenzierten Gesamtstruktur fast vollkommen bewahrt blieben, wurde das Innere stärker den modernen Bedürfnissen angepaßt. Die historische Marmortreppe mit Granitpodest und Eisengeländer führt ins Hochparterre, wo die Wohnungsabschlußtüre original verblieb. Über eine Eichentreppe mit verziertem Basispfosten gelangt man in die Obergeschosse, in denen einige originale Türen zu finden sind. Das Dachgeschoß wurde vollständig neu ausgebaut.

Städtebaulich ist das am Ende der Christian-Schult-Straße stehende Haus gleichzeitig der Abschluß des östlichen Blocks der Everhardstraße, der sich - wenngleich mit nicht unerheblichen Eingriffen - doch in relativer Geschlossenheit erhalten hat. Die auf drei Seiten mit historischen Gebäuden besetzte Ecke erhielt trotz einiger Zerstörungen noch Maßstäblichkeit und Dekorationsfreude der Jahrhundertwende, deren Bauten den Charakter beider Straßen in großer Differenziertheit bestimmen. Dieses in der Fassade sehr vollständig erhaltene und im Inneren sorgfältig restaurierte Gebäude ist im hier noch vorhandenen Ensemblebereich Ehrenfelds unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0