Wohnhaus
Everhardstraße 49 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4605 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Everhardstraße 49, 50823 Köln |
| Baujahr | 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.05.1988 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Baukünstlerisch ist das 4-geschossige und 3-achsige traufständige Mietshaus interessant, weil es das hartnäckige Weiterleben der Formen des Späthistorismus auch in der Zeit um die Jahrhundertwende belegt. Die Hinwendung zum Mittelalter und zur Gotik, verbunden mit romantisierenden Versuchen, aus den gegebenen zivilisatorischen Bindungen auszubrechen, erreichte teilweise auch die Kölner Neustadt und feierte so ihre Triumphe. In den Vororten der Stadt gilt dies am häufigsten wahrscheinlich für Ehrenfeld. Auf einem niedrigen Werksteinsockel entfaltet sich die Backsteinfassade, vorerst in der Quaderunterteilung des Erdgeschosses und dann in den durch die vier Brüstungsgesimse waagerecht geteilten Hauptgeschossen. Die expressive Achsenverschiebung der Erdgeschoßfenster, die in wellenartigem Rhythmus auch das Portal einschließt, ist durch die kantigen Rippen der Fensterbekrönung der zwei Hauptgeschosse sowie durch die bis zum Kranzgesimsfries der Dachzone durchlaufenden Maßwerkverzierungen weitergeführt und verleiht der Fassade ihre stilistische Einheit.
Im Hausinnern ist es notwendig, auf das verengte Foyer mit Wandeinschnitten und Farbkacheleinlagen hinzuweisen. Die Holztreppe aus der Erstbebauungszeit ist von einem Geländer mit gedrechselten Balken und entsprechender Fußleiste begleitet. Im 1. Obergeschoß sind noch die hohen zweiteiligen Türen und die ursprünglichen Fenster im Treppenhaus erhalten. Die Bauten des Hintertraktes stammen aus späterer Zeit.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Durch industrielle Ansiedlungen gewann Ehrenfeld am Ende des 19. Jahrhunderts schnell an eigenen Stadtrechten. Der große Wohnraumbedarf schließt bei diesem schnellen Wachstum des Viertels nicht aus, daß die einzelnen Mietshäuser, voneinander abweichend, reichlich dekoriert waren. Auch das Haus an der Everhardstraße beweist die in der Zeit übliche gestalterische Verschiedenheit und den Baureichtum und ist so ein aussagekräftiges geschichtliches Dokument des Viertels nach der Eingemeindung Ehrenfelds.
Städtebaulich knüpft das o. g. Wohnhaus, beginnend mit dem Gebäude Nr. 51 (dann 53 und weiter) an die in der Baumasse, Höhe und Verzierung aneinander angepaßte Hauszeile an, die so das abwechslungsreiche Straßenbild der historischen Architektur der Jahrhundertwende bis heute authentisch bewahrt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0