Wohn- u. Geschäftshaus
Weidengasse 79 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0725 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Weidengasse 79, 50668 Köln |
| Baujahr | 1886 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.07.1981 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut 1886 (inschriftlich datiert), Eckhaus zum Gereonswall; vier Geschosse, 4 : 4 Achsen, abgeschrägte Ecke, ausgebautes Dachgeschoß mit sieben originalen Gauben, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance, EG teilweise verändert, drei Figurennischen (in der rechten Achse am Gereonswall) mit jeweils einer Heiligenskulptur, Fenster weitgehend in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert, Eingangstüren weitgehend verändert. Rückseite backsteinsichtig, Fenster weitgehend verändert. Im Inneren ist ein Gewölbekeller erhalten, sonst Inneres weitgehend verändert.
Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtige, eingeschossige Anbau mit Flachdach.
Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 wurde die zu den ältesten Straßenzügen Kölns gehörende Weidengasse verlängert, um so eine Verbindung zwischen dem alten Stadtkern und dem Hansaring herzustellen. Der Neustadt-Teil der Weidengasse wurde um 1890 bebaut. Das bereits 1886 errichtete o.g. Gebäude ist integraler Bestandteil der auf dieser Seite der Weidengasse weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Seine Fassade, die im wesentlichen Stilmerkmale der Renaissance aufweist, ist im Bereich des ersten Obergeschosses, der ehemaligen Beletage, durch Fensterverdachungen mit Dreiecks- und Segmentgiebeln stärker akzentuiert worden. Eine Besonderheit stellen die drei in einer Achse übereinander angebrachten Figurennischen mit den Heiligen dar, die sich in die Abfolge der Fensterachsen eingliedern und dem Gebäude eine zusätzliche Signifikanz verleihen. Zusammen mit dem ebenfalls noch erhaltenen, gegenüber liegenden Eckhaus (Nr. 68) dominiert das o.g. Objekt die Ecksituation an der Grenze zur Altstadt. Es bewahrt die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung sowie das historische Erscheinungsbild an der Weidengasse und wird somit zum unverzichtbaren Dokument, das noch heute die fortschreitende Erschließung der Neustadt entlang der ehemaligen Stadtmauer veranschaulicht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0