Wohnhaus

Markomannenstraße 16 · Deutz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0731
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Markomannenstraße 16, 50679 Köln
Baujahrum 1927
Architekt / PlanungAnton Schmitz
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.07.1981
Stadtteil Deutz

Ortsgeschichtliche Bedeutung: In Deutz stand bereits in römischer Zeit eine Grenzbefestigung zur Bewachung der Brücke über den Rhein bei Köln. Nach der Eroberung Kölns durch die Franken im 5. Jahrhundert n.Chr. wurde Deutz Sitz eines fränkischen Gaugrafen. Erzbischof Heribert gelang es im Jahre 1021 mit der Gründung einer nach ihm benannten Abtei, das ehemalige Königsgut zum weltlichen Besitz seiner Erzdiözese zu wandeln, von wo aus er seine Interessen rechts des Rheins zu wahren und zu mehren suchte. Aufgrund der Grenzlage zwischen der Freien Reichsstadt Köln und dem Herzogtum Berg wurden Abtei und die Freiheit häufig zerstört. Erst die Preußen legten nach der Eingliederung der Rheinlande ab 1815 starke Befestigungsanlagen um die Stadt, die allerdings in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Weiterentwicklung von Deutz empfindlich einengten.

Nach der Entfestigung ab 1907 konnte sich die Stadt endlich weiter ausdehnen, wobei die Erweiterungspläne durch den 1.Weltkrieg zwar unterbrochen, jedoch danach in etwa weitergeführt wurden. Die Markomannenstraße ist eine östlich des alten Befestigungsringes gelegene Wohnstraße, die als Teil der nach dem 1.Weltkrieg durchgeführten Erweiterung von Deutz anzusehen ist.

Das dreigeschossige Gebäude wurde als Mietwohnhaus vom Architekten Anton Schmitz 1927 errichtet. Die Fassade ist relativ einfach organisiert, als einziger Schmuck wurde in der Mitte des 1.OG ein Balkon mit einer Art Deko-Gitter vorgesetzt. Das 2.OG ist durch ein schmales Gesims von den beiden unteren Geschossen getrennt. Die Fenster sind in der Putzfassade knapp gerahmt, die Haustüre wird dagegen von einem breiteren Stuckrahmen betont, er verschiebt ein Wohnraumfenster etwas aus der Achse. Im Inneren beeindruckt der großzügige, originale Ausbaustandard mit Marmorverkleidung an den Seitenwänden des Eingangs, Terrazzotreppe mit Holzgeländer und seitlich gefliestem Treppenhaus. Auch die Wohnungen, in den Etagen verschieden aufgeteilt, zeigen noch einen anspruchsvollen Ausbau mit Türen in profilierten Holzgewänden. Die Türen zu den Wohnräumen weisen eine facettierte Verglasung auf.

Städtebaulich ist das Objekt als Teil des aus der Zeit um 1930 stammenden Ensembles von Wohnhäusern für den gehobenen Mittelstand anzusehen, das an einer mit Rot- bzw. Weißdorn bestandenen Allee sich bis heute relativ einheitlich erhalten konnte. Als nach dem 1.Weltkrieg die Festungsanlagen um Deutz weiterhin geschleift wurden, zog, wie die Deutzer sagen, das "katholische Deutz" in diese neuen, gegenüber der Altstadt großzügigeren und freundlichen Vorstadtbereiche. Als Point De Vue schließt das aus der gleichen Zeit stammende Krankenhaus die Straße nach Osten ab und bildet so einen in Köln seltenen städtebaulichen Bezugspunkt zum Straßenraum.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0