Schule

Langemaß 21 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0780
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSchule
Adresse Langemaß 21, 51063 Köln
Baujahr1909 bis 1910
Architekt / PlanungStadtbaurat Jansen
Eigentumstädtisches / öffentliches Eigentum
Eingetragen seit 05.10.1981
Stadtteil Mülheim

Katholische Grundschule, 1909-1910 erbaut im Stil barocker Stadthäuser bzw. der Hacketäuer Kaserne. Stuckfassade, Erdgeschoß horizontal stuckiert, dreigeschossig. Doppelte Axialität beiderseits der durchlaufenden Treppenhäuser mit rundbogigen Übergiebelungen. Mansarddach. Stuckornamente auf den Treppenhausbrüstungen. Hofansicht wie Straßenansicht. Grundriß als zweihüftige Anlage mit Mittelflur und seitlichen Klassenräumen. Terrazzotreppe mit Steingeländer. In den Klassenräumen Parkett, auf dem Flur Terrazzoboden. Fenster und Türen erneuert.

Das Objekt Langemaß 21 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Mülheim, der 1914 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die ehemalige Kreishauptstadt eines nordöstlich Kölns gelegenen Landkreises wurde bereits 1098 urkundlich erwähnt und stieg unter den Bergischen Grafen bald zu einer sogenannten "Freiheit" auf. Die weitere Entwicklung, ionsbesondere die Umwallung, wurde von der Freien Reichsstadt Köln gewaltsam verhindert. Daher gewann Mülheim erst im 18. Jahrhundert aufgrund der freieren Religionsausübung im Bergischen einige Bedeutung, als die Seidenfabrikation unter der Familie Andreae sich entwickelte und Kölner Kaufleute in die "Freiheit" zogen. Im 19. Jahrhundert siedelten sich, gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, bedeutende Industrieunternehmen auf dem Stadtgebiet an, so daß das kleinmaßstäbliche Straßengeviert der Altstadt sich schnell zu weitreichenden, gründerzeitlichen Vorstadtbereichen ausdehnte. Die kurze Stichstraße Langemaß liegt in der Nähe des Fabrikgeländes Felten & Guilleaume und weist an ihrem Ende das Gelände für das obige, diesen Neustadtbereichen zugedachte Schulgebäude auf.

Die Stuckfassade der von 1909 bis 1910 erbauten Schule stellt sich offenbar bewußt in das historische Kontinuum der Mülheimer Architektur, nimmt jedoch die frühklassizistische bzw. barocke Formensprache der Mülheimer Stadthäuser bzw. der Hacketäuer Kaserne, z.B. durch gequaderte Pfeilervorlagen und rundbogige Übergiebelungen der Treppenhausachsen, in ihr Fassadenbild auf. Auch die doppelte Axialität des dreigeschossigen Gebäudes, die Differenzierung des horizontal gefugten Erdgeschosses zu den mit einer Art Großordnung zusammengefaßten beiden Obergeschossen, übernimmt die barocke Diktion, die schließlich von einem hohen Mansarddach zusammengefaßt wird. Die Ornamentik der Stuckierung beschränkt sich auf die Brüstungen des Treppenhauses und des zweiten Obergeschosses, wobei die beiden Treppenhäuser durch Scheinrisalite und einen rundbogigen Giebelabschluß betont werden.

Die Hofansicht gleicht weitgehend der Straßenansicht, da es sich hier um einen recht einfach konzipierten Schulbau mit Mittelflur und beiderseits gereihten Klassenräumen handelt. Fenster und Eingangstüre sind weitgehend geändert worden und neu. Im Inneren sind die massive Terrazzotreppe mit Steingeländer sowie der Terrazzoboden der Flure original. In den Klassenräumen wurde Eichenparkett angetroffen. Das Gebäude wird derzeit (im Juli 1988) umgebaut.

Insgesamt ist die katholische Volksschule beispielhaft für den sich ständig wandelnden Schulbau im damaligen Reich, der hier - bei aller Schlichtheit der Grundkonzeption - offensichtlich unter reformerischen Einflüssen stand.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0