Wohn- u. Geschäftshaus
Clevischer Ring 118 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7014 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Clevischer Ring 118, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.01.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1890 erbaut; Eckhaus zur Straße Langemass auf unregelmäßigem Grundriß; 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance; 3 : 5 Achsen; abgeschrägte Gebäudeecke, betont durch Eingang, pilastergetragene Fensterverdachungen und Giebel; vorkragendes Dachgesims; im EG (durch Sockelverklinkerung verändert) Laden mit Schaufenstern zum Clevischen Ring; alle Türen und Fenster erneuert, teilweise originale Gitter an EG-Fenstern an Langemass; Hauseingang durch Rundbogenöffnung mit originaler Tür in Backsteinmauer an Langemass und rückwärtige originale Tür zum Hof. Rückseite: Putzfassade, Fenster erneuert. Rückwärtige eingeschossige Bauten sind nicht Bestandteil des Denkmals. Im Innern original erhalten: Im Eingangsbereich und Treppenhaus Terrazzoboden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer; teilweise Türen.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehörte auch der Ausbau des Clevischen Rings. Seine frühere Bezeichnung Feldstraße und der alte Flurname der nach Osten abzweigenden Straße Langemass erinnern noch an die bis ins 19. Jahrhundert vorhandene Situation außerhalb der Ortsansiedlung. Das um 1890 als Eckhaus errichtete o. g. Gebäude besitzt eine markante Lage am Clevischen Ring, der hier schräg von dem in nordöstliche Richtung verlaufenden Hauptstraßenzug Dünnwalder und Berliner Straße in Fortsetzung der Mülheimer Freiheit gekreuzt wird. Charakteristisch ist die Eckbetonung des Gebäudes durch Giebel und reichen Fassadenschmuck mit Fensterverdachungen auf Pilastern und Balusterbrüstungen. Das Haus dokumentiert als einziges erhaltenes Beispiel an der heute durch Neubauten geprägten breiten Verkehrsstraße die historische Erstbebauung und ist als unverzichtbares Objekt unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0