Wohnhaus
Titusstraße 4 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0783 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Titusstraße 4, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.10.1981 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Um 1903 erbaut. Fünf Geschosse, neuerer Dachausbau, drei Achsen. In verschiedenen Putztechniken gestaltete Stuckfassade mit Dekorationselementen im Jugendstil. Mittelerker auf wechselndem Grundriß (mit abgeschärgten Ecken, rechteckig, halbeliptisch), dort auch Sinnspruch zwischen dem dritten und vierten OG ("Glück und Frieden sei diesem Haus beschieden"). Betonung des Eingangsbereichs (dort ebenfalls Inschrift: "Cum Deo"). Veränderungen im EG, neuer Sockel; Haustüre verändert; Fenster verändert, z.T. auch verkleinert. Rückseite mit seitlichem, im hinteren Teil dreigeschossigen Anbau: Zweifarbige Backsteinfassade (EG und zum großen Teil auch das erste OG angestrichen); Fenster weitgehend verändert, teilweise durch Glasbausteine ersetzt.
Im Inneren original erhalten: Im Vestibül Wandstuck, Tonnengewölbe mit Deckenstuck; Stuck am Stützbogen; etwas Terrazzoboden im hinteren Flurbereich; Terrazzotreppe, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf, Zwischenpodeste in zweifarbigem Terrazzo; Rahmen der Wohnungseingangstüre im vierten OG; Wohnungseingangstüre im Dachgeschoß.
Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die den beiden alten Wallstraßen folgend, halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Im Süden entstand ab 1900 zwischen Bonner Straße und Rhein das spätere, sogenannte Universitätsviertel mit seinen abwechslungsreich gestalteten Stuckfassaden. Die nur einseitig bebaute, weil direkt am Römerpark gelegene Titusstraße wurde um 1900-1903 bzw. um 1912 bebaut. Das o.g. Gebäude gehört zu den wenigen, erhaltenen Dokumenten der Erstbebauung in diesem Straßenzug, der sich von der Mainzer Straße bis zum Oberländer Wall erstreckt und mit verschiedenen anderen Straßen einen der für die Kölner Neustadt typischen Sternplätze bildet. Es bildet ein Ensemble mit den Häusern Nr. 6 und Nr. 10. Trotz einzelner Veränderungen sind die markanten Züge der reich im sogenannten romanisierenden Jugendstil gestalteten Stuckfassade noch deutlich faßbar, in der die Ansprüche der Erstbewohnerschaft zur Anschauung gebracht werden. Wenn es auch, aufgrund der Kriegseinwirkungen und späterer Umbauten, ein nicht mehr ganz dem Originalzustand entsprechendes Erscheinungsbild präsentiert, wird es doch als Hinweis auf den Gestaltungsreichtum der gehobenen Neustadtarchitektur zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0