Wohnhaus
Tiberiusstraße 12 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0846 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Tiberiusstraße 12, 50968 Köln |
| Baujahr | 1924 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.12.1981 |
| Stadtteil | Marienburg |
Erbaut 1924 (Architekt Paul Bonatz), freistehender Bau auf rechteckigem Grundriß in traditionellen Stilformen in Anlehnung an die Wohnhausarchitektur um 1800. Zwei Geschosse, sieben Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederung, axialsymmetrischer Aufbau, Hauseingang mit Segmentbogen auf der Mittelachse, abgeknicktes Walmdach mit mittig gesetztem Zwerchhäuschen, Sprossenfenster mit Schlagläden. Zweiter Hauseingang an der Seitenfassade. Rückfront (Hauptansichtseite): Axialsymmetrischer Aufbau mit betonter Mittelachse; Balkon auf Konsolen mit figuriertem Metallgeländer auf der Mittelachse. Im Inneren original erhalten: Eingangshalle mit schwarzweißem Steinfußboden, Holztreppenhaus, Zimmertüren und Beschläge, Parkettfußböden, ein Kamin, eine originale Badezimmerausstattung im Obergeschoß (Grundriß durch Umbau zu Mehrfamilienhaus zum Teil verändert).
Bestandteil des Denkmals sind auch die großzügige Gartenanlage mit Hofeinfahrt und die originale Grundstückseinfriedung.
Nicht Bestandteil des Denkmals sind die später angestellten Nebengebäude.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner, im Verhältnis zur übrigen Stadt, im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinn besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jahrhundert haben hier in Marienburg fast ausschließlich bedeutende kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Tiberiusstraße 12 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und, wegen seiner Gesamtplanung, auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u.a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung. Die Villa Tiberiusstraße 12 ist in ihrer Gesamtkonzeption und Detailausführung ein Gebäude von großer, künstlerischer Qualität und Bedeutung. Der Stuttgarter Architekt Paul Bonatz hat hier unter Einbezug barocker Stilelemente ein repräsentatives Bauwerk geschaffen, das in seiner Gestaltung den Ideen der englischen Landhausarchitektur - vor allem in der Öffnung des Hauses zum Garten hin ausgedrückt - folgt. Als Vertreter der sogenannten Stuttgarter Schule hat Bonatz die Synthese zwischen historischen Formen, die lokalen Bindungen folgen, und Forderungen des modernen Funktionalismus gesucht, um so den Wunsch des Bauherrn nach Repräsentanz mit konkreten Wohnbedürfnissen zu verbinden. In Marienburg hat Bonatz noch andere, bedeutende Villen, wie die Villa Vorster, Tiberiusstraße 3, Haus Herstatt, Goethestraße 67, Haus Arntzen, Marienburger Straße 18, und Haus Strenger, Germanicusstraße 8, errichtet. Als Schaffenswerk des Architekten und als qualitätvolles Zeugnis für die Architekturentwicklung der 20er Jahre gilt diesem Haus das besondere Interesse von Bauforschung und Architekturgeschichte der Stadt Köln.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0