Wohnhaus

Pferdmengesstraße 29 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3002
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Pferdmengesstraße 29, 50968 Köln
Baujahr1937
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.06.1985
Stadtteil Marienburg

Das laut der vorhandenen Baupläne im Jahre 1937 von dem Architektenbüro Karl Band und Clemens Endler errichtete 2geschossige Einfamilienhaus zeichnet sich durch die Verwendung traditioneller Gestaltungsmerkmale wie kleinteilige Sprossenfenster mit 2farbigem Anstrich, Schlagläden, Walmdach, Verwendung von Naturstein beim Portal und im Innern sowie anderen Details als ein Bau der konservativen Moderne aus, die in dieser Art ihren Ursprung in der "Stuttgarter Schule" - mit Paul Schmitthenner und Paul Bonatz als Hauptvertretern - hat. Diese Architekturströmung stand seit der Weimarer Republik gleichrangig neben der Moderne des Bauhauses bzw. Interntionalen Stils. Das Haus ist nahezu unversehrt im originalen Sinne erhalten. Kennzeichnend für die Gestaltung des Baukörpers ist die Vermeidung der Symmetrie, was besonders deutlich an den unterschiedlichen großen Fenstern der Straßenfront und am Gesamtgrundriß des Hauses hervortritt. Im Innern des Hauses haben sich neben Details wie den Türen v. a. der gesamte Grundriß - allerdings mit einer neuen Nutzung - erhalten. Hervorzuheben sind die Eingangsdiele mit dem Treppenhaus sowie das ehem. Wohnzimmer mit anschließendem Herrenzimmer, wo sich ein Kamin und in Anlehnung an die "Kölner Decken" eine Balkendecke als oberer Raumabschluß befinden. Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villen-Kolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch sonstige deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort auch gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und auch in Deutschland ist. Das Haus Pferdmengesstraße 29 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil dieses großen baulichen und durch seine Gesamtplanung auch städtebaulicheen "Ensembles" Villenvorort Marienburg. Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil es in qualitätsvoller Weise die bezüglich der Quantität sehr geringe Ausbauphase Marienburgs in der Zeit kurz vor dem Zweiten Weltkrieg repräsentiert. Sein architektonisches Erscheinungsbild ordnet sich zudem vorzüglich dem Gesamtcharakter des Vorortes unter. Das Haus Pferdmengesstraße 29 ist in seiner Gesamtkonzeption als auch der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Entworfen wurde das Haus von einem der wichtigsten Kölner Architektenbüros des 20. Jh., dem Büro Band und Endler. Besonders wichtig ist die Persönlichkeit des Architekten Karl Band, der vor dem Zweiten Weltkrieg herausragend an der Sanierung des Kölner Martinsviertels beteiligt war und der nach dem Krieg zu den wichtigsten Architekten des Wiederaufbaus gehörte. Von ihm stammen u. a. der Wiederaufbau des Gürzenichs (zusammen mit Rudolf Schwarz) und der Wiederaufbau des Rathauses. Das wissenschaftliche Interesse bezieht sich auf das Haus als hervorragender Bau der 30er Jahre und als Bau des bedeutenden Architektenbüros Band und Endler. Bezogen auf die Person von Karl Band stellt das Haus ein wichtiges Frühwerk des Architekten dar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0