Wohn- u. Geschäftshaus

Ehrenstraße 73 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0954
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Ehrenstraße 73, 50672 Köln
Baujahrum 1883
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.01.1982
Stadtteil Altstadt/Nord

Das um 1883 errichtete Gebäude ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus als Dokument für die ab 1881 bis etwa 1910 nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters H.J. Stübben durchgeführte, ringförmig um die Altstadt angelegte, vierte Stadterweiterung. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Das o.g. Eckgebäude zum Friesenwall kennzeichnet die durch die ehemaligen Wälle gelegten Grenzen zwischen Alt- und Neustadt.

Baugeschichtlich bedeutend ist das viergeschossige, drei zu fünf achsige, schiefergedeckte Gebäude mit eingeschossigem Erker auf abgeschrägter Ecke sowie einem Giebelgeschoß als Beispiel einer Bauweise mit historisierenden Stilelementen, insbesondere aus der Neugotik. Die Fassade wird horizontal gegliedert durch gekröpfte Doppelgesimse, breite Friese sowie ein weit ausladendes, mehrfach profiliertes Konsoltraufgesims. Vertikal durch abgeschrägte, kapitellartige Pfeiler als Markierung der Achsenabstände in den einzelnen Geschossen, die im ersten und dritten Obergeschoß in Verbindung mit der Fenstereinfassung in arkadenartigen, spitzen und flachen Bögen zusammengefaßt sind. Diese werden im ersten Obergeschoß zusätzlich durch profilierte Keilsteine betont, die wiederum in einen ornamentierten Bogenfries integriert sind.

Durch den Wechsel der verschiedenen Bogenformen der Fenster sowie des Fassadenschmucks entsteht ein lebendiges, vielfältiges Erscheinungsbild, welches sein Gegengewicht in der strengen Achsengliederung findet.

Der Giebel erinnert an sakrale Architekturelemente und stellt in seiner Form und Wimpergbekrönung ein typisches, gotisches Stilmerkmal dar. Die originale, zweiflügelige Eingangstüre am Friesenwall, mit Sichtfenstern und schmiedeeisernen Schutzgittern, vervollkommnet die ästhetische Einheit der Fassade, die trotz der veränderten Dachlandschaft als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht.

Städtebaulich bedeutend ist das o.g. Objekt als ein das Straßenbild wesentlich mitprägender Eckbau dieses noch relativ gut erhaltenen Straßenbereichs sowie als Bestandteil eines Gebäudeensembles (mit dem Eckhaus Nr. 71a und anderen benachbarten Denkmälern), welches das ehemalige, historische Erscheinungsbild der Ehrenstraße bewahrt und rekonstruierbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0