Kirche St. Heribert
Deutzer Freiheit 64 · Deutz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1026 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Kirche St. Heribert |
| Adresse | Deutzer Freiheit 64, 50679 Köln |
| Baujahr | 1892 bis 1896 |
| Architekt / Planung | Clemes Pickel |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.06.1982 |
| Stadtteil | Deutz |
Neu St. Heribert, 1891 bis 1896 von Caspar Clemens Pickel in den Formen einer spätromanischen Gewölbebasilika erbaut mit 2 Fassadentürmen, Querhaus, halbrundem Chor und 2 Flankentürmen. Die parallel zum Rhein, Nord-Süd ausgerichtete Kirche ist von großer städtebaulicher Wirkung. In die Pfarrkirche, die eine neuromanische Ausstattung erhielt, wurden der Heribertschrein und andere Werke aus der 1002/03 gegründeten Abtei- und späteren Pfarrkirche St. Heribert sowie aus der Pfarrkirche St. Urban übertragen.
Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, Abbruch der Zwerchgalerien sowie der Langhaus- und Querschiffgiebel wurde Neu St. Heribert von Rudolf Schwarz und Josef Bernard 1951 bis 1956 wiederaufgebaut. Dächer mit geringerer Neigung wurden aufgebracht und das Mittelschiff erhielt statt der Gewölbe einen verschalten Dachstuhl. Die Ausmalung des Innern, die Fenster und Altarzone wurden in den 1980er Jahren im Stil der Nachkriegszeit neu gestaltet. 1996 Einrichtung eines Sacrariums, in dem u.a. mittelalterliche Textilien, die 1920 dem Heribertschrein entnommen wurden, sowie liturgische Geräte und Abtsinsignien aus der ehem. Abteikirche ausgestellt sind.
Historische Ausstattung:
Altäre:
Westl. Seitenschiff: Mensa mit Kupferplatten sowie Tabernakel des ehem. Hochaltars, 1907, (W. Mengelberg/H. Birgel), zugehörige Predella u. Emmausrelief des Altaraufbaus, Depot
Östl. Seitenschiff: Mensa d. ehem. Josefsaltars, vor 1908 (Th. Haake)
Östl. Nebenapsis: Mensa d. ehem. Marienaltars, vor 1908
Vierungsaltar u. säulengestützter Tragstein für den Heribertschrein, 1955 (R. Schwarz)
Glasfenster:
Chor, Obergaden: 5 Farbfenster (Lamm Gottes, Evangelistensymbole), 1954-59 (W. Weyres)
Seitenschiffe, Querhaus u. Nordwand: 3 Maßwerkrosetten und 14 Glasbilder (Leben Jesu), 1977-81 (W. Buschulte)
Weitere Ausstattung:
Taufbecken aus St. Urban, 15. Jh., Deckel 1954 (H. Gernot), Chor
Taufbecken, vor 1908 (C.C. Pickel/Th. Haake), westliches Querschiff
3 Beichtstühle, vor 1908 (C.C. Pickel/N. Vogt), ergänzt, Seitenschiffe
Dreiarmiger Leuchter, 1915 (L. Moldrickx ?), westl. Querschiff
Sakristeischränke, vor 1908 (C.C. Pickel), Sakristei
Sakramentshaus, 1970-73 (A. Wolff/K.M. Winter), Vierung
Geläut:
1 Glocke aus Mehlsack, Ostpreußen, 1614 (G. Benningk, Danzig)
1 Glocke aus Frankenstein, Schlesien, 1636 (F. Gyot/F. Dubois aus Lothringen)
1 Glocke, 1927 (F. Otto, Hemelingen bei Bremen)
Holzplastik:
Kruzifix, ehem. an der Westseite der Abteikirche, 1666, westl. Vierungspfeiler
4 Statuen der Kirchenväter, ehem. an den Pfeilern der Abteikirche, Ende 17./18. Jh., Chor
Statue d. Judas Thaddäus, ehem. im Chor der Abteikirche, 1772, östliches Seitenschiff
Puttengruppe mit Mitra des hl. Heribert, ehem. im Hochaltar der Abteikirche, 1772, Chor
Maria mit Kind, aus der Pfarrkirche Alt St. Heribert, Mitte 19. Jh., östl. Seitenschiff
5 Figuren (Christus u. 4 Evangelisten) von der neubarocken Kanzel in Alt St. Heribert, Mitte 19. Jh., Depot
Kruzifix, um 1895, westl. Vorhalle
Torso des Christuskorpus, von der ehem. Triumphkreuzgruppe, 1899 (C.C. Pickel/J. Fink), westl. Querhaus,
2 Büsten d. Apostel Bartholomäus u. Matthäus, vom ehem. Triumphkreuzbalken, 1899, Depot
Figur des hl. Antonius v. Padua mit dem Jesuskind, vom ehem. Antoniusaltar, vor 1908 (W. Mengelberg), nördl. Vorhalle
Statue der hl. Barbara, vom ehem. Barbaraaltar, vor 1908 (L. Piedboef), Dachboden
Sonstige Plastik:
Pietà aus Terrakotta, vor 1899 (J. Holtmann), östlich. Langhauspfeiler
Moses verteilt das Opferlamm, ehem. Kommunionbankrelief, vor 1908 (A. Iven), Keller
Ehrenmal für die Toten (Trauerzug zu Mutter Erde), um 1920, westl. Vorhalle
14 Kreuzwegstationen, 1962 (Th. Heiermann), Seitenschiffe
Malerei:
Bildnisse von 7 Äbten, 17.-18. Jh. (datiert 1628, 1778, 1794), Sacrarium
Flügelaltar mit Marienbild der Immerwährenden Hilfe, vor 1908 (H. Lamers), nördl. Eingang
Hl. Aloysius, Altarblatt vom ehem. Aloysiusaltar, vor 1908 (H. Lamers), Depot
Schatzkunst (Auswahl):
Stab des hl. Heribert, 10. Jh./um 1020, Sacrarium
Heribertschrein, 1165-75, Vierung
Sog. Pokal des hl. Heribert, 15. Jh., Sacrarium
Abtsstab, um 1500, Sacrarium
Kelch, 1579, Sacrarium
Silberne Buchbeschläge, um 1750, auf Missale von 1923 (Paramentenkammer)
Marienstatue d. Wallfahrt nach Kevelaer, 1913 (L. Moldrickx), Sacrarium
Paramente (Auswahl):
Sog. Heribertkasel, um 1000(?), Sacrarium
Byzantinisches Seidengewebe mit Löwen, 976-1025, aus dem Heribertschrein, Sacrarium
Seidengewebe mit Falken, erste Hälfte 12. Jh., aus dem Heribertschrein, Sacrarium
Leinengewebe mit Rauten, erste Hälfte 12. Jh., im Heribertschrein
Abtsmitra, um 1740, Paramentenkammer
Bestandteil des Denkmals sind auch die übrigen, im Besitz der Kirchengemeinde befindlichen Geräte, Reliquiare, Paramente, Gemälde, Skulpturen, Grabmäler und historischen Ausstattungsstücke, für die auf das Karteikarteninventar beim Stadtkonservator verwiesen wird sowie auf folgende Publikationen:
Helmut Fußbroich, Die Pfarrkirche St. Heribert in Köln-Deutz, Rheinische Kunststätten Heft 270, Neuss 1982.- Ders., Zur Pfarrkirche St. Heribert in Köln-Deutz, in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 54, 1983, S. 237- 267.- Ulrich Krings, Die Katholische Pfarrkirche St. Heribert in Köln-Deutz, in: Rechtsrheinisches Köln, Bd. 14, Köln 1988, S. 65-88.- Walter Geis, Die Ausstattung für Neu St. Heribert 1887-1915, in: Colonia Romanica XIII, 1998, S. 146-163.- Martin Seidler, Der Schatz von St. Heribert in Köln-Deutz, Rheinische Kunststätten Heft 423, Neuss 1997.- Ders., Der Heribertschrein – Rekonstruktion und Vergleiche, in: Colonia Romanica XIII, 1998, S. 71-109. – Ders., Das Sacrarium von Neu St. Heribert in Köln-Deutz, in: Colonia Romanica XIII, 1998, S. 118-124.- Annemarie Stauffer/Felicitas Weiße, Die neuzeitlichen Paramente von St. Heribert in Köln, in: Colonia Romanica XIII, 1998, S. 164-181.
Bestandteil des Denkmals sind auch die Frei- und Grünflächen (Einfriedung durch Basaltsockel) mit ihrem Baumbestand auf dem Vorplatz und der Ostseite der Kirche sowie die Grünfläche des Pfarrgartens mit ihrer Randbepflanzung (Büsche und Bäume) im Süden und Westen der Kirche, ferner zwei Sandsteinkapitelle, um 1900 (ehem. auf Granitsäulen vor der Kirchenfassade) im Pfarrgarten.
Außerdem werden alle ortsfesten Bodendenkmale einbezogen, die u.U. untertägig im Boden verborgen sind.
Nicht Bestandteil des Denkmals sind der moderne Anbau an der Westseite der Kirche sowie der Schuppen im Pfarrgarten.
Die Kirche Neu St. Heribert ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Die o.g. historischen Ausstattungsstücke sind Teil des Baudenkmals im Sinne von § 2 Abs. 2 des DSchG NRW. Sie bilden mit dem Baudenkmal eine Einheit von Denkmalwert. Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0