Wohnhaus

Tempelstraße 9 · Deutz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4671
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Tempelstraße 9, 50679 Köln
Baujahr1870 bis 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.07.1988
Stadtteil Deutz

Das um 1870/80 erbaute Wohnhaus besitzt eine Backsteinfassade von 3 Achsen und 3 Geschossen vom Typ des Kölner Dreifensterhauses. Hervozuheben ist die Ausführung der Fassadengliederung in rotem Sandstein, wobei derzeit (Anfang 1988) das linke Fenster des 2. Obergeschosses durch einen Kriegsschaden seine Werksteinumrahmung verloren hat. Im Erdgeschoß sind Fenster und (erneuerte) Haustüre durch einen Halbrundbogen überwölbt, im 1. Obergeschoß ist die Fensterverdachung als schlichtes Gesims ausgeführt. Die Sprossenfenster sind original erhalten. Ein einfaches Dachgesims schließt das traufständige Gebäude nach oben hin ab, Höhe und Breite des Gebäudes werden auch bei den Nachbarhäusern reproduziert.

Im Innern blieb die Holztreppe mit Holzgeländer erhalten, im Eingangsflur zeigt der Boden noch den originalen Fliesenbelag.

Der Stadtteil Deutz war bereits zu römischer Zeit ein befestigter Brückenkopf, der die Brücke über den Rhein bei Köln als Grenzfestung bewachen sollte. Nach Eroberung von Köln durch die Franken wurde Deutz Sitz eines fränkischen Gaugrafen. Dem Erzbischof Heribert gelang um 1021 mit der Gründung einer Abtei das ehemalige Königshofgut zum (weltlichen) Besitz seiner Erzdiözese umzuwandeln, von dem aus der Erzstuhl seine weltlichen und geistlichen Macht auch rechts des Rheines auszubauen suchte. Die Grenzlage war Ursache vieler Zerstörungen der Abtei und der umliegenden Häuser, deren Umwallung durch das Eingreifen der freien Reichsstadt Köln wiederholt verhindert wurde. Nach der Auflösung des geistlichen Besitzes durch die französischen Revolutionstruppen und Eingliederung des Rheinlandes nach Preußen wurde Deutz mit Köln zusammengefaßt und mit einem Festungsgürtel umgeben. Dieses Stadtgebiet wurde weitgehend mit gründerzeitlichen Häusern ab 1860 überbaut, denen auch das o. g. Objekt zuzurechnen ist.

Städtebaulich ist das gegenüber der Deutzer Pfarrkirche St. Heribert gelegene Wohnhaus innerhalb des Ensembles der teilweise noch original erhaltenen Altstadtstraße von Deutz (Haus-Nr. 13 original erhalten, bei Haus-Nr. 11 noch die originale Haustüre) ein maßstabbildender Teil der Tempelstraße (früher Tempelwallstraße) zu deren Erstbebauung es zählt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0