Kirche St. Mariä Geburt
Stammheimer Hauptstraße 65 · Stammheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1056 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Kirche St. Mariä Geburt |
| Adresse | Stammheimer Hauptstraße 65, 51061 Köln |
| Baujahr | 13. bis 20. Jahrhundert |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.07.1983 |
| Stadtteil | Stammheim |
Die heutige Kirche St. Mariä Geburt vereinigt Bauteile aus verschiedenen, kunsthistorischen Epochen. Aus der Mitte des 13. Jahrhunderts blieben die alte, dreiseitige Choranlage im Osten und der Sockel des alten Turms im Westen erhalten. Dessen obere Partien entstanden um 1455. Turm und Chor wurden nach Abbruch des alten, einschiffigen Langhauses in den Neubau der neugotischen Hallenkirche eingefügt, der 1902 von Josef Kleesattel errichtet wurde. Nach Beschädigungen im zweiten Weltkrieg wurden die Dachzonen von Kirche und Turm verändert wieder hergestellt (Otto Bongartz). Das Innere besitzt wertvolle Einrichtungsstücke verschiedener Stilepochen.
Die älteren Bauteile der Kirche besitzen einen hohen Zeugniswert für die Baukultur des Mittelalters zwischen Romanik und Gotik. Die Fenster des alten Chorpolygons weisen auf Veränderungen im 16. - 19. Jahrhundert hin. Der neugotische Bauteil ist von hoher Qualität, ausgestattet mit reicher Detailbildung an Pfeilern, Kapitellen u.ä. Bauteilen. Die Komposition des Gesamtbauwerks ist in Köln ohne Beispiel und von eigentümlichem Reiz. Von der qualitätvollen Ausstattung seien die Maria-Anna-Gruppe des 15. Jahrhunderts, die neugotischen Altäre und Skulpturen, der expressionistische Kreuzweg und der von außerhalb erworbene Barockaltar in der alten Chornische erwähnt.
Die Kirche steht in einer alten Traditionslinie: Schon für das 10. Jahrhundert wird der Hof zu Stammheim als der Kölner Martinsabtei zugehörig erwähnt. Die Anfänge der Kirche liegen im 11. Jahrhundert, wo ein Almerius der Kölner Abtei eine Kapelle stiftet. Deren weitere Entwicklung geht aus der Baugeschichte hervor. Seit dem 17. Jahrhundert wurde das Marienbild zu Stammheim von Wallfahrern verehrt. Eigene PfarrRechte erhielt die Kirche erst 1909, zuvor war sie Flittard zugeordnet. Neben der Verbindung zur Ortschaft Stammheim hatte auch die Nähe zum Schloß (im zweiten Weltkrieg zerstört) besondere Bedeutung für die alte Kirche.
Für den Ortskern Stammheims ist die reich gegliederte Anlage der Kirche von großer Wichtigkeit, zumal im zweiten Weltkrieg die spätbarocke Schloßanlage vernichtet wurde. Die Unterschutzstellung umfaß das Bauwerk, seine unmittelbare Umgebung, seine feste und bewegliche Ausstattung, deren Auflistung später vorgenommen wird, sowie alle ortsfesten Bodendenkmäler, die u.U. untertätig im Boden verborgen sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0