Wohnhaus
Annostraße 82 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1351 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Annostraße 82, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.03.1983 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Kölner Altstadt. Im Zeitalter der Industrialisierung erlebte Köln einen raschen, wirtschaftlichen Aufschwung, der zu Niederlassungen großer Produktionsbetriebe auf freien und billigen Grundstücken außerhalb und innerhalb des Festungsrings führte. Die Flächen innerhalb des Festungsgürtels waren naturgemäß von besonderer Attraktivität für die Unternehmen, da die Betriebe dort in unmittelbarer Nachbarschaft zur arbeitenden Bevölkerung angesiedelt werden konnten. Gerade das Severinsviertel mit seinen weite Flächen einnehmenden Gärten und Ländereien, in dem auch die Annostraße gelegen ist, bot den unternehmerischen Intentionen beste Voraussetzungen. Anders als im Norden und Westen Kölns wurden im Severinsviertel erst seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts neue Straßenzüge angelegt. Die Bebauung der unmittelbar an große Fabriken, wie die Schokoladenfabrik Stollwerck, angrenzenden Annostraße erfolgte seit den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Bis in das erste Jahrzehnt unseres Jahrhunderts entstanden dort typische Drei- und Vierfensterhäuser über L-förmigem Grundriß für Mieter einer Bevölkerungsschicht mit überwiegend geringsten finanziellen Mitteln.
Der um 1905 in der Spätbebauungsphase der Straße errichtete Bau folgt dem Typus des Dreifensterhauses. Die Fassadengestaltung ist verhältnismäßig einfach gehalten. Über rustiziertem Erdgeschoß und breitem, horizontalen Fries mit Stuck-Kartusche sind die drei Obergeschosse in der Grundfläche durchgehend mit Rauhputz überzogen. Die Rechteckfenster sind geschoßverbindend mit glatten, geohrten Putzrahmen eingefaßt. Einen dekorativen Akzent setzen die mit reicher, wenn auch recht trockener Jugendstilornamentik versehenen Stuckplatten zwischen den Fenstergeschossen des ersten und zweiten sowie des zweiten und dritten Obergeschosses. Ein profiliertes Traufgesims bildet den oberen Abschluß des Baus. Der schlicht gehaltenen Fassade entspricht eine rein nach Nützlichkeitsprinzipien konzipierte Innenausstattung.
Das Gebäude erhält einen besonderen, städtebaulichen Wert dadurch, daß es nicht isoliert entworfen wurde, sondern als Teil eines insgesamt vier Miethäuser umfassenden Blocks. Dabei entsprechen sich die Fassaden der beiden äußeren sowie die der beiden inneren Gebäude völlig. Die Rückfronten mit Hinterhöfen dagegen sind durchgehend in rotem Backstein gehalten, wobei ebenfalls einheitlich eine gelbe Backsteinbänderung als Gliederung auftritt.
Das vorliegende Objekt dokumentiert in seiner Gesamtheit eine bedeutende Bebauungsphase und architektonische Konzeption in der Kölner Altstadt. Im Ensemble mit den Nachbarhäusern (Annostraße 80, 84 und 84a) ist es ein wichtiges Zeugnis für die einheitliche, architektonische Erschließung eines ganzen Straßenabschnitts. Die Unterschutzstellung ist daher unbedingt durchzuführen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0