Wohnhaus

Voigtelstraße 20 · Braunsfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1465
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Voigtelstraße 20, 50933 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.04.1983
Stadtteil Braunsfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Braunsfeld, da es den Ausbau des südlich von der Aachener Straße liegenden Geländes zu einem begehrten Wohnviertel für eine Bevölkerung mit gehobenen Lebensansprüchen dokumentiert. Dieses Gebiet, das direkt an den Stadtwald angrenzt und während seiner Erweiterung (1910) als Wohnbereich erschlossen wurde und verwaltungsmäßig und historisch ein Teil Braunsfelds ist, knüpft an den gehobenen Charakter von Lindenthal an (anspruchsvolles Wohnen im Grünen).

Das Eckhaus Voigtelstr. 20 (gebaut um 1912) ist ein Gebäude mit zwei unterschiedlichen Fassaden: Zur Voigtelstraße zeigt es eine viergeschossige Backsteinfassade mit Stuckgliederung, zur Christian-Gau-Straße eine fünfgeschossige Putzfassade. Die neoklassizistische Backsteinfassade mit drei Achsen weist einen mächtigen Mittelrisalit auf, der gerahmt wird durch breit gebänderte (im Giebelgeschoß kannelierte) Lisenen und gekrönt von einem breiten Dreieckgiebel mit vegetabiler Feldfüllung. Die Dominanz des Vertikalen wird zusätzlich durch das Einfassen von je zwei übereinander liegenden Fenstern der unteren zwei Geschosse durch einen schmalen Putzrahmen verstärkt. Horizontal weist die Fassade einen hohen Sockel und ein durchlaufendes Gesims auf, wodurch das dritte Obergeschoß als Attikageschoß erscheint. In der ersten und dritten Achse wird dieses Gurtgesims zum Traufgesims eines Dachvorsprungs.

Die horizontale Gliederung setzt sich auch in der Putzfassade (der Christian-Gau-Straße) fort, allerdings sind hier die Sockel- und die Dachzone zu je einem Vollgeschoß geworden. Diese Fassade (sechs Achsen) mit Eingang im Risalit der zweiten Achse übernimmt alle Gestaltungsmotive der Backsteinfassade (Risalit mit Giebel, Kantenbänderung, vertikale Fensterzusammenfassung), diese ergeben jedoch eine andere optische Wirkung, da sie in Putz und in anderen Maßverhältnissen umgesetzt sind.

Ein Vorgarten mit Schmiedeeisengitter (zur Zeit vorläufig entfernt) und eine einfache Putzfassade der Rückfront mit je einer Loggia pro Geschoß sowie ein großer Gartenhof ergänzen den vornehmen Charakter des Hauses.

Städtebaulich bietet dieses Eckhaus einen Teil eines Drei-Häuser-Ensembles in der Voigtelstraße (Nr. 20 - 24) mit gleichen Fassaden. Die regelmäßige Wiederholung der Risalite, die Fortsetzung der horizontalen Zonen (Sockel-, Dachzone) und der Gesimse sowie die des Vorgartens machen aus den drei Häusern eine architektonische Einheit. Die Rhythmisierung der Gesamtfassade durch die Risalitvorsprünge und eine reiche Bepflanzung der Vorgärten lockert den Block-Charakter dieser Miethäuser auf und läßt sie fast als einzelne Villen erscheinen. Dadurch ist eine architektonische Anpassung eines riesigen Mietblocks in der Nähe des Stadtwalds an die vorgesehene Villenbebauung dieser Gegend erreicht worden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0