Wohnhaus

Voigtelstraße 22 · Braunsfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1466
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Voigtelstraße 22, 50933 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.04.1983
Stadtteil Braunsfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Braunsfeld, da es den Ausbau des südlich der Aachener Straße liegenden Geländes zu einem begehrten Wohnviertel für eine Bevölkerung mit gehobenen Lebensansprüchen dokumentiert. Dieses Gebiet, das direkt an den Stadtwald angrenzt und das während dessen Erweiterung (1910) als Wohnbereich erschlossen wurde, gehört zwar verwaltungsmäßig und historisch zu Braunsfeld, zeigt jedoch den gehobenen Charakter von Lindenthal (anspruchsvolles Wohnen im Grünen).

Das dreigeschossige Haus (gebaut um 1912) zeigt eine dreiachsige Backsteinfassade mit dominierender, vertikaler Putzgliederung. Ein breiter Mittelrisalit mit zwei riesigen, rechteckigen Fenstern je Geschoß ist durch breite, gebänderte bzw. kannelierte (im Giebelgeschoß) Lisenen umrahmt und mit einem breiten Dreieckgiebel mit Felddekor bekrönt. Die Dominanz des Vertikalen wird zusätzlich durch das Einfassen von je zwei übereinander liegenden Fenster der beiden unteren Geschosse durch einen schmalen Putzrahmen verstärkt. Horizontal weist die Fassade einen Sockel und ein durchlaufendes Gesims auf, das das dritte Obergeschoß zum Attikageschoß macht. In der zweiten und dritten Achse wird das Gurtgesims zum Traufgesims eines Dachvorsprungs.

Der Eingang mit einem strengen Portalmotiv und einem halbrunden Oberlicht (und originaler Haustüre) flankiert gemeinsam mit einem schmalen Fenster die dritte Achse im Untergeschoß.

Die Innenausstattung des Hauses (Marmor-Sockelverkleidung, Stuckwände und -decken im Flur, breite Holztreppe mit Podest, Stuckdekor, Wandtäfelung und originale Zimmertüren und -fenster) entspricht der neoklassizistischen Gestaltung der Fassade.

Eine verputzte Rückfront mit je einer Loggia pro Geschoß verbindet das Gebäude mit einem großen Gartenhof.

Städtebaulich bildet das Haus Nr. 22 den Teil eines Drei-Häuser-Ensembles in der Voigtelstraße (Nr. 20 - 24) mit gleichen Fassaden. Die regelmäßige Wiederholung der Risalite, die Fortsetzung der horizontalen Zonen (Sockel- und Dachzone), die Gesimse sowie die Vorgärten machen aus den drei Häusern eine architektonische Einheit. Die neoklassizistische Strenge und Monumentalität des ganzen Wohnblocks stehen in einem gewissen Widerspruch zum Charakter dieser Gegend (Übergang zum Stadtwald). Die Rhythmisierung der Gesamtfassade durch die Risalitvorsprünge und eine reiche Bepflanzung der Vorgärten (Schmiedeeisengitter) hebt teilweise den Block-Charakter dieser Miethauseinheit auf und schafft eine Verbindung zur Grünlandschaft des Stadtwaldes.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0