Wohnhaus
Marienstraße 84 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1490 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Marienstraße 84, 50825 Köln |
| Baujahr | 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.05.1983 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das 1900 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Es zählt zu den seit den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts jenseits der Eisenbahntrasse, nordwestlich der Venloer Straße, errichteten Miet- und Einfamilienhäusern. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den großen Produktionsbetrieben gelegen, ist das Gebäude ein bedeutendes Dokument für Ehrenfeld als Industrievorort. Es ist zugleich ein wichtiges Zeugnis für die Wohnkultur einer Bevölkerungsschicht mit eher bescheidenen Ansprüchen.
Das zweigeschossige Haus Marienstr. 84 zeigt eine dreiachsige Fassade in rotem Backstein, die mit Dekor aus gelbem Backstein belebt ist. Bekrönung der Segmentbogenfenster und Türen, Fensterbrüstungen und das Kranzgesims heben sich wirkungsvoll von der roten Grundfläche ab und bestimmen wesentlich den Fassadencharakter. Im Erdgeschoß liegen über einem hohen Sockel zwei Fenster links und in gleicher Höhe ein Eingang (erreichbar über drei Stufen) rechts. Ein schmales Gurtgesims teilt die fast quadratische Fassade in zwei gleiche Teile auf und erzielt damit ein Gleichgewicht zwischen der vertikalen (Fensterachsen) und der horizontalen Dimension. Im Obergeschoß fällt besonders die differenzierte Gestaltung der Fensterbrüstungen auf, die mit dem flachen Vierfaßmuster mit dem Quadratfries des Kranzgesimses korrespondiert.
Das o.g. Haus stellt einen für Köln in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts charakteristischen Typus des Dreifensterhauses dar, der sich in Vororten - insbesondere als Backsteinbauten - bis zur Jahrhundertwende behauptet hatte, bis heute jedoch nur in Ausnahmen erhalten geblieben ist. Eine Besonderheit dieses Hauses stellt dessen Grundriß dar: Eine der Baugrundstücksgrenzen verläuft schräg zur Straßenfluchtlinie (nicht im rechten Winkel), so daß die inneren Räume nur zwei rechtwinkelige Ecken haben. Mit dem langen, niedrigen Hofanbau dokumentiert das Haus eine bestimmte, architektonische Lösung der Verbindung von Wohn- und Gewerberäumlichkeiten im Einfamilienhaus (der Hofanbau diente ursprünglich als Schmiedewerkstatt).
Städtebaulich steht das o.g. Haus im Zusammenhang der ganzen Erstbebauung der Marienstraße, in der sich mehrere zweigeschossige Dreifensterhäuser in Backstein befinden. Innerhalb dieses Ensembles tritt das Haus Nr. 84 durch seinen auffälligen Fassadendekor besonders hervor.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0