Wohnhaus
Agilolfstraße 1 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1512 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Agilolfstraße 1, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1923 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.05.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Endphase der Erstbebauung des südlichen Bereichs der Neustadt - dieses ehemaligen Rayongeländes - dokumentiert. Die Bebauung nach dem von H.J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen. Nach dem ersten Weltkrieg wurden auch die letzten, nahe der preußischen Befestigungsanlagen noch frei stehenden Grundstücke bebaut.
Das Objekt ist Teil einer um 1923 errichteten, gleichförmig gestalteten Wohnhausgruppe mit 11 Achsen zur Siegfriedstraße, 17 Achsen zum Alteburger Wall und 10 Achsen zur Agilolfstraße. Bis auf die zur Bonner Straße orientierte Ecke mit vier Geschossen und einem darauf gesetzten Figurenpaar ist der Gebäudekomplex fünfgeschossig, wobei das oberste Geschoß ein Mansardgeschoß über einem kräftigen Kranzgesims darstellt. Die Fassadenflächen sind durch die Gleichförmigkeit und gleichmäßige Anordnung der Fenster (Doppelfenster mit gemeinsamer Einfassung), die monumentale Portalgestaltung (stilisiertes Sockel-Pilaster-Giebel-Motiv) mit originalen Buntglasfenstern gegliedert. Die Haustüren sowie die Mehrzahl der Sprossenfenster sind im ursprünglichen Zustand erhalten.
Im Inneren eines jeden Teilgebäudes sind das Treppenhaus mit Terrazzotreppe, Holzgeländer mit Messingfüßen und Holzlauf, gelben Wandfliesen sowie Wohnungs- und einige Wohnzimmertüren erhaltenswert.
Der Miethauskomplex bildet eine städtische Variante der in den zwanziger Jahren aktuellen Siedlungsvorstellung, was von Interesse für die Hausforschung ist. Der mehrgeschossige, riesige Wohnblock stellte damals eine neue Stufe der Miethausorganisation dar.
Die städtebauliche Bedeutung zeigt sich nicht nur in Umfang und Ausdehnung des Komplexes auf drei Straßen, sondern auch in der das Straßenbild prägenden Orientierung auf die Bonner Straße, die durch die Blickrichtung des Figurenpaares (im vierten Obergeschoß der Ecke Siegfriedstraße) unterstrichen wird. Diese Eckgestaltung korrespondiert mit dem aufwinkelförmigen Grundriß des Eckhauses Bonner Straße 87.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0