Pfarrhaus
Thurner Straße 6 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1520 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Pfarrhaus |
| Adresse | Thurner Straße 6, 51069 Köln |
| Baujahr | um 1878 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.05.1983 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Das um 1879 errichtete ehemalige Pfarrhaus von St. Joseph ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Dellbrück. Im vorigen Jahrhundert wurden vier alte Ortskerne, deren Geschichte teilweise bis ins 14. Jahrhundert zurückgeführt werden kann, unter der gemeinsamen Ortsbezeichnung Dellbrück zusammengefaßt, wobei 1914 die Eingemeindung nach Köln erfolgte. Im Zuge der sukzessiven Erschließung des Gebiets in und um Dellbrück, mit der ein immenser Bevölkerungszuwachs einher ging, errichtete man auch einen Kirchenneubau, um den Ansprüchen der ständig größer werdenden katholischen Gemeinde Genüge zu tragen. In den Jahren ab 1879 wurde St. Joseph in neuromanischem Stil von dem Architekt A. Lange als Zentralbau ausgeführt. Diesem Gotteshaus, das späterhin verschiedene Veränderungen erfahren hat (1902 Langhaus und Westturm, 1952/53 Erweiterung nach Süden von K. Band), war unmittelbar nach Osten das Pfarrhaus zugeordnet, das im rechten Winkel zur Thurner Straße, parallel zur Dellbrücker Hauptstraße, in der Ost-West-Achse der Kirche angelegt ist. Die gesamte Anlage, die schon durch ihre Material-Identität (Backstein) noch immer ihren ursprünglichen, einheitlichen Charakter bewahrt hat, dokumentiert anschaulich die Erschließung Dellbrücks im Zeitalter der industriellen Entwicklung.
Die Fassaden an Vorder- und Rückseite des zweigeschossigen, vierachsigen Gebäudes sind durch einen Dekor in Backstein ausgezeichnet. Neben einem umlaufenden, geschoßtrennenden Gesims mit Zackenfries und einem Traufgesims ist vor allem die Spitzbogengliederung im ersten Obergeschoß hervorzuheben. Als horizontale Gliederung sind geschoßübergreifende Wandvorlagen eingesetzt. Einen besonderen Akzent setzt darüber hinaus die rechte, äußere Achse, in der u.a. statt des ansonsten je einen breiten Fensters in jeder Achse zwei schmalere eingesetzt sind.
Dem bis auf einen jüngeren Anbau nach Westen völlig intakten Äußeren des Gebäudes entspricht die Innenausstattung. Dabei sind die gotisierenden Elemente der Fassadengestaltung aufgenommen (Spitzbogen im Flurbereich). Außer dem originalen Grund- und Aufriß des Hauses sind vor allem als erhaltenswert hervorzuheben: Die Eingangstüre mit vielfarbiger Verglasung (Blumenmotive), die Innentüren mit ihren originalen Klinken und Gewänden sowie die schwarzweißen Fußbodenfliesen und das Treppenhaus (Holzgeländer mit Antrittspfosten). Im Hof ist darüber hinaus noch ein steinerner Tisch erhalten.
Das ehemalige Pfarrhaus bildet mit dem Gotteshaus ein aus städtebaulicher Sicht unverzichtbares Ensemble. Die in neuromanischem Stil errichtete Backsteinkirche stellt gemeinsam mit dem in neugotischem Stil errichteten Pfarrhaus aus Backstein ein städtebauliches Lehrstück für die Aufnahme des Historismus in Dellbrück dar. Der Erhalt des Gebäudes durch Unterschutzstellung ist daher aus der Sicht der Denkmalpflege unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0