Kirche St. Joseph

Dellbrücker Hauptstraße 50 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1474
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungKirche St. Joseph
Adresse Dellbrücker Hauptstraße 50, 51069 Köln
Baujahr1879
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 20.04.1983
Stadtteil Dellbrück

Die katholische Pfarrkirche St. Joseph entstand in mehreren Abschnitten ab 1879. Dem neuromanischen Zentralbau (Vierung, Apsis, Dachreiter) von August Lange wurden 1902 das basikale Langhaus und der Vierkantturm mit dem rheinischen Rautenhelm angefügt. Alle Fassaden wurden in Ziegelmauerwerk mit Werksteinpartien errichtet. Die Dächer sind verschiefert. 1952/53 erweiterte Karl Band die Kirche nach Süden: Ausgehend von der Vierung, die jetzt zum Altarraum umgestaltet wurde, fügte er ein basilikales Schiff mit kleiner Taufbrunnen-Apsis im Süden an.

Die Kirche besitzt noch Reste der neuromanischen Ausstattung (Madonna, Beichtstühle und Orgelempore), dann eine Kreuzigungsgruppe (Kupfer) von Josef Jaeckel, 1937/38, vom gleichen Künstler die Mensa des alten Hauptaltars, einen Tabernakel von Karl Schrage sowie Glasfenster von Ludwig Ronig (1957), G. Pelzer (1957) und Hans Lünenborg (1961).

Die Kirche ist ein in ihren ablesbaren Bauphasen wichtiges Beispiel für die Variationsfähigkeit der historischen, neuromanischen Architektursprache (Teile I und II) und für die Kombinationsfreude und das -talent der Nachkriegsarchitektur. Beide faßbaren Architekturpersönlichkeiten sind für die Kölner Sakral-Architektur von Bedeutung: August Lange als fruchtbarer Architekt der Gründerzeit, Karl Band als wichtige Persönlichkeit der Nachkriegszeit. Das Ergebnis ist ein ansprechender, mit guten Ausstattungsstücken geschmückter Kirchenbau von charakteristischem, eigenständigen Gepräge.

Für die Geschichte der Menschen in Dellbrück ist die Kirche von Bedeutung, läßt sich doch an ihren Bauphasen das Wachstum des aus vier alten Ortskernen entstandenen, heutigen Kölner Stadtteils deutlich ablesen. Die Lage der Kirche hat wohl nicht wenig zur Bildung einer "Ortsmitte" beigetragen. Der kirchlichen Loslösung der Kapellen-Gemeinde im Jahr 1887 von Merheim, St. Gereon, folgte 1898 die Pfarrgründung, dieser 1905 die Vereinigung der Ortschaften unter dem Namen "Dellbrück", das dann 1914 nach Köln eingemeindet wurde.

Mit dem Turm beherrscht St. Joseph die Ortsmitte Dellbrücks sowohl von den beiden Seiten der "Hauptstraße" her als auch für den mit der Straßenbahn von Osten und Westen Herankommenden.

Die Unterschutzstellung bezieht sich auf das Kirchengebäude und seine feste und bewegliche Ausstattung, deren Auflistung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen wird.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0