Wohnhaus
Brühler Straße 82 · Raderberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1585 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Brühler Straße 82, 50968 Köln |
| Baujahr | 1894 bis 1895 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.08.1983 |
| Stadtteil | Raderberg |
Bei dem o.g. Objekt (Rektoratsgebäude des Herz-Jesu-Klosters) handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das 1894/95 errichtete, unmittelbar dem zugehörigen Klostergebäude der Benediktinerinnen und der Kapelle benachbarte Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Raderberg. Darüber hinaus dokumentiert es anschaulich die vor allem von Kloster Beuron ausgehende Wiederbesiedlung der Klöster gegen Ende des vorigen Jahrhunderts. Raderberg kann seine Geschichte urkundlich bis in das frühe 14. Jahrhundert zurück verfolgen.
Der heute dicht besiedelte Vorort im Kölner Süden war bis um die Jahrhundertwende noch von einem ungetrübt ländlichen Charakter geprägt. Die Klosteranlage, der auch das vorliegende Gebäude angehört, weist noch heute eine erhebliche Ausdehnung des Gebäudes auf. Die übrige Bebauung des Vororts erfolgte erst allmählich in unserem Jahrhundert und bettete so erst nach und nach die ursprünglich freistehende Abtei in eine vorstädtische, architektonische Gestaltung ein. Derart stellt das Rektoratsgebäude als Teil eines größeren Ganzen ein bedeutendes Dokument des ehemals rein ländlichen Ambientes im heutigen Vorortgebiet dar.
Das zweigeschossige, dreiachsige Backsteingebäude mit Risalit und Giebelgeschoß in der linken, äußeren Achse hat außen wie innen seine ursprüngliche Gestalt in ganz exzeptioneller Weise bewahrt. Es ist in gotisierendem Stil erbaut. Die schlichte Fassade ist neben einem in rotem Ziegel gehaltenen Zackenband als geschoßtrennendes Element und einem abgetreppten Traufgesims vor allem durch einen Stufengiebel und ein Spitzbogenportal mit bemaltem Putzrelief (IHS in Rankenwerk) ausgezeichnet. Die Haustüre, mit verhältnismäßig aufwendigem Schnitzwerk, Verglasung und Schmiedeeisen, gehört ebenso wie alle Fenster zur originalen Substanz des Gebäudes. Der gesamte Grundriß und Aufriß des Hauses wie seine Ausstattung sind in keiner Weise verändert. So haben sich unter anderem die Terrazzo- und Holzfußböden, die hölzerne Treppenanlage mit reich geschnitzten Antrittspfosten, die Zimmertüren sowie die Hof- und Kellertüre (alle mit originalen Klinken) sowie ein Spitzbogen im Eingangsflur erhalten.
Zusammen mit der Kapelle und dem Klostergebäude bildet das vorliegende Objekt ein zeitlich wie stilistisch völlig einheitliches Ensemble von besonderem städtebaulichen Wert, das entscheidend das Bild der Brühler Straße prägt. Der Gesamtanlage zugehörig sind darüber hinaus unter anderem auch ein originaler Schmiedeeisenzaun mit Ziegelmäuerchen sowie Ziegelpfosten und ein Torbogen, die den Abschluß zur Straße hin bilden. Insgesamt stellt das Rektoratsgebäude zusammen mit den übrigen Klosterbauten ein herausragendes Beispiel einer in historischen Stil erbauten Benediktinerinnenabtei dar, für die es in Köln keinerlei entsprechende Beispiele gibt. Die Unterschutzstellung auch des Rektoratsgebäudes ist daher aus Sicht der Denkmalpflege unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0