Wohn- u. Geschäftshaus
Goltsteinstraße 60 · Bayenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1586 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Goltsteinstraße 60, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.08.1983 |
| Stadtteil | Bayenthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Bayenthal, da es die Geschichte der Besiedlung dieses Orts dokumentiert. Der südlich der ehemaligen preußischen Umwallung von 1890 gelegene Industrievorort ist seit 1860 mit der Niederlassung der Maschinenfabrik BAMAG entstanden und ist nach der Bebauung des ehemaligen Fabrikgeländes mit Wohnhochhäusern durch seine Nähe zum Rhein und Villenvorort Marienburg im Wohnwert erheblich aufgewertet worden.
Durch relativ geringe Kriegsbeschädigungen und auch sonstige, planerische Eingriffe der Nachkriegszeit blieb ein großer Teil der alten Bausubstanz aus der Zeit vor der Jahrhundertwende erhalten. So behielten nicht nur einige Straßenteile von dem, wenn auch eng begrenzten, Straßennetz ihren beziehungsreichen und sehr differenzierten Charakter. Die Goltsteinstraße ist mit der originalen und sehr reizvollen Bausubstanz überwiegend erhalten geblieben, so daß das o.g. Gebäude aus städtebaulicher und architektonischer Sicht erhaltenswert ist.
Das um 1900 errichtete Wohn- und Geschäftshaus ist der rechte Teil eines dreigeschossigen Doppelhauses, dessen jeweils äußere (dritte) Achse durch einen Risalit mit aufstehendem Schmuckgiebel akzentuiert wird. Das Gebäude besitzt in den Obergeschossen (das Erdgeschoß wird als Laden genutzt) eine mit klassisch-historisierenden Elementen stuckierte Fassade, deren Hauptelemente rundbogige Fensterüberdachungen im ersten Obergeschoß und stuckierte Fensterumrahmungen in beiden Obergeschossen sind. Fensterbandgesimse bilden die horizontale Untergliederung. Das Dachgesims ist als breitflächiges Kranzgesims mit Konsolenschmuck angelegt. Die rechte Achse wird in den Obergeschossen als Risalit durch senkrechte, gequaderte Stuckbänder abgesetzt (Architekturelement der französischen Renaissance), im Dachgeschoß zeigt der Schmuckgiebel darüber eine ädikula-artige Fensterumrahmung mit seitlich angesetzten Viertelrosetten. Die weiteren zwei Dachgauben im ziegelgedeckten Satteldach sind ebenfalls aus der Zeit.
Im Inneren zeigt der Eingangsflur den originalen Terrazzofußboden, einfachen Deckenstuck (Kehlleiste) und einen runden Stützbogen zum Treppenhaus (in Holz), dessen Holzgeländer in einem kunstvollen Antrittspfosten endet. Wohnungs- und Zimmertüren blieben original erhalten. Die rückwärtige Fassade (Südlage) ist in Ziegelmauerwerk mit originalen Balkonen (Eisengeländer) erhalten geblieben.
Es ist für Köln ein glücklicher Umstand, daß aus den Zerstörungen des Kriegs wenigstens einige Vorstadtstraßen den ursprünglichen Charakter bewahren konnten. Zu diesen gehört die Goltsteinstraße, die an dieser Stelle eine überraschend vollständige Bebauung aus der Jahrhundertwende aufweist. Das Haus Nr. 60 ist deshalb mit dem Nachbarhaus Nr. 62 ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Straßenraums, der von der Vielfalt der gründerzeitlichen Schmuckformen geprägt ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0