Wohnhaus
Bonifazstraße 18 · Bayenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1618 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bonifazstraße 18, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.09.1983 |
| Stadtteil | Bayenthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Bayenthal, da es die Geschichte der Siedlung dieses Orts dokumentiert. Der südlich der ehemaligen preußischen Umwallung von 1890 gelegene Industrievorort ist seit 1860 mit der Niederlassung der Maschinenfabrik BAMAG entstanden und ist nach der Bebauung des ehemaligen Fabrikgeländes mit Wohnhochhäusern durch seine Nähe zum Rhein und zum Villenvorort Marienburg im Wohnwert erheblich aufgewertet worden.
Durch relativ geringe Kriegsbeschädigungen und auch geringe planerischer Eingriffe der Nachkriegszeit blieb ein großer Teil der alten Bausubstanz aus der Zeit vor der Jahrhundertwende erhalten. So behielten nicht nur einige Straßenteile sondern ein - wenn auch eng begrenztes - Straßennetz seinen beziehungsreichen und sehr differenzierten Charakter. In diesem wenig gestörten, originalen Stadtbereich ist das Gebäude erhaltenswert.
Inschriftlich ist das relativ spät (um 1914) gebaute, dreigeschossige Gebäude von Architekt P. Rupp errichtet worden, der stilistisch zwischen Historismus und Moderne angesiedelt, die Fassade stärker funktional gestaltete. Das Erdgeschoß, das in der schmalen Straße relativ wenig Licht erhält, ist über einem Werksteinsockel mit vier schmalen Fenstern ausgestattet, die (im Bereich der dunklen Straßenzone gelegen) schmucklos gehalten sind. Drei Werksteinornamente oberhalb der geraden Stürze ziehen das Interesse nach oben, wo über einem durchlaufenden Fensterbankgesims im ersten Obergeschoß die nunmehr dreiachsige Fassade deutlich an Formenreichtum gewinnt.
Zu den beiden hochrechteckigen Fenstern ist auf der linken Seite eine nach innen zurücktretende, offene Veranda angeordnet, die auch im Geschoß darüber wieder erscheint. Das zu dieser Zeit äußerst selten angewandte Detail bei einem Miethaus versteht sich aus der Enge des Straßenraums, die sicher auch die beiden knapp vorgerundeten Erker mit drei gekuppelten, hochrechteckigen Fenster im zweiten Obergeschoß beeinflußt hat. Über diesen Erkern steht das klassizistisch übergiebelte Zwerchhaus, welches nunmehr mit seiner Dreifensterfront im offenen Tageslicht liegt.
Die gesamte Fassade ist verputzt und zeigt nur im Bereich der Fenster und im Giebelhaus knappe Gesimse. Das Innere weist im Eingang ornamentierten Terrazzoboden auf und grüne Wandfliesen (original). Die Terrazzotreppe besitzt ein solides Holzgeländer. In den Wohnungen werden teilweise originale Zimmertüren vorgefunden.
Städtebaulich ist das Gebäude ein interessantes Beispiel des Übergangs vom Historismus zum funktionalen Bauen, die Fassade unterscheidet sich deutlich den den historisierenden Bauten, vor allem am Anfang, der Bonifazstraße und dokumentiert so die Entwicklung der Architektur vom Repräsentativen zum Funktionalen. Das Haus ist dennoch ein unverzichtbarer Teil dieses historisch gewachsenen Straßenraums. Die vorsichtige Verbesserung des Ausbaus gleicht die Wohnungen den heutigen Ansprüchen an, so daß der Erhaltungs- und Nutzungswert bleibt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0