Wohnhaus

Decksteiner Straße 4 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1589
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Decksteiner Straße 4, 50935 Köln
Baujahrum 1920
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.08.1983
Stadtteil Lindenthal

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren, preußischen Umwallung (der Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sogenannte Krieler Dömchen (katholische Kirche St. Stefan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil des Stadtteils geschaffen (nach der Eingemeindung an die Stadt).

Die Decksteiner Straße, an derem unteren Ende das St. Elisabeth-Krankenhaus liegt, weist in ihem Verlauf Bauten des historisierenden Spätstils zugleich mit villenartigen Nachkriegsbauten auf. Das o.g. Gebäude ist deshalb aus wissenschaftlichen, jedoch auch aus städtebaulicher Sicht unverzichtbar.

Die um 1920 erbaute, zweigeschossige Doppelvilla liegt ein wenig zurück gesetzt in einer überwiegend mit Wohnbauten bestandenen Straße, die im Geschäftsbereich der Dürener Straße liegt. Die Villa ist im typischen Heimatstil der zwanziger Jahre erbaut, dessen konservative und klare Formensprache sich auf das Notwendige beschränkt.

Das Kellergeschoß aus Bruchsteinen befindet sich fast vollständig oberhalb des Erdreichs, so daß das Hochparterre erst über eine längere Treppe erreichbar ist. Die Wohngeschosse sind verputzt, die Fenster sind durch Natursteinrahmen vom Putz abgesetzt. Im Erdgeschoß weist nur noch der stark vorspringende Erker rustizierende, horizontale Fugen in Stuck auf. Über diesem Erker liegt im ersten Obergeschoß ein Balkon. Im übrigen gleicht das erste Obergeschoß in seiner fast schmucklosen Sachlichkeit dem Erdgeschoß, allerdings sind im Erdgeschoß an den Fenstern Klappläden angeordnet. Im Dachgeschoß steht über dem Balkon ein breites Zwerchhaus mit halbrundem Giebelabschluß, seitlich ist das Walmdach durch eine doppelfensterige Dachgaube unterbrochen.

Das Innere des Hauses ist vollständig entkernt und wird umgebaut.

Die gute Villenlage in Lindenthal ist noch weitgehend durch eine stilistisch einheitliche Bebauung gekennzeichnet. Das o.g. Gebäude ist Teil eines Doppelhauses, das der Wohnstraße Originalität verleiht und zu Beginn der langen Wohnzeile aus dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts steht. Gleichzeitig wirkt es als Eckgebäude zur Dürener Straße und Mommsenstraße und ist deshalb städtebaulich unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0