Wohnhaus
Decksteiner Straße 6 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6642 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Decksteiner Straße 6, 50935 Köln |
| Baujahr | um 1924 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.10.1992 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut um 1924 von Architekt J. Schüler im Heimatstil mit barocken Anklängen, rechte Hälfte des Doppelhauses Decksteiner Str. 4-6, 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, Putzfassade mit Werksteingliederung (mit Bruchsteinsockel), 3 Achsen, nahezu axialsymmetrischer Aufbau mit betonter Mittelachse, segmentbogenförmig vorgewölbter Parterreerker mit bekrönendem Balkon (orig. Brüstung), mittiges Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel, seitlich davon eine Gaube, Walmdach; größtenteils originale Fenster (im OG und DG mit Schlagläden). Seitenfassade mit überdachtem Eingangsvorbau (2 bleiverglaste Fenster, Terrazzotreppe, orig. Haustür) und mittigem Giebelhaus. Rückfront: im EG seitliche Loggia mit Balkon (Terrazzoboden), durch Zurückspringen des OG's Balkon in Hausbreite, DG verändert (ausgebaut mit Dachterrasse). Im Innern original erhalten: Zimmertüren in EG und OG, Holztreppe, im EG: Parkettboden und Deckenstuck in den Wohnräumen, Wandfliesen in der Küche. Bestandteil des Denkmals sind auch die Gartenanlage mit Vorgarten und die erhaltene Einfriedungsmauer.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Lindenthal wurde 1888 dem stadtkölnischen Gebiet eingemeindet. Der Vorort, der ab 1846 für Wohnbebauung erschlossen wurde, entwickelte sich aufgrund günstiger Bodenpreise und nur vereinzelt vorhandener Industriebetriebe zu einem der bevorzugten Wohngebiete für wohlhabende Kölner Bürger. Vor allem in der Umgebung der Grünanlagen erfolgte eine Wohnbebauung, die ihren Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte. In unmittelbarer Nähe des 1895-1898 angelegten Stadtwaldes, am Anfang der Decksteiner Straße, wurde das Doppelhaus Decksteiner Str. 4-6 nach Plänen des Architekten J. Schüler errichtet. Da der Vorort durch seine Lage in der Einflugschneise der Bomber im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört worden ist, gehört das Haus zu den wenigen erhaltenen Bauten, die den ursprünglichen Charakter dieses Stadtteils als vornehmen Wohnort dokumentieren. Innerhalb der Decksteiner Straße, an deren unteren Ende das St. Elisabeth-Krankenhaus liegt und die im weiteren Verlauf vor allem villenartige Nachkriegsbauten aufweist, bildet das gut erhaltene Doppelhaus einen wichtigen städtebaulichen Akzent. Im Heimatstil der 20er Jahre entworfen, beschränkt sich die Formensprache des Hauses auf das Nötigste; der axialsymmetrische Aufbau mit Mittelbetonung, der Erker mit dem neobarocken Brüstungsgeländer als auch die hochwertigen Baumaterialien verleihen dem Gebäude gleichzeitig einen vornehm-eleganten Eindruck. Auch als Schaffenswerk des bekannten Kölner Architekten J. Schüler ist das o. g. Objekt unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0