Wohnhaus
Bonifazstraße 16 · Bayenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1617 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bonifazstraße 16, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.09.1983 |
| Stadtteil | Bayenthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Bayenthal, da es die Geschichte der Besiedlung dieses Orts dokumentiert. Der südlich der ehemaligen, preußischen Umwallung von 1888 gelegene Industrievorort ist seit 1860 mit der Niederlassung der Maschinenfabrik BAMAG entstanden und ist nach der Bebauung des ehemaligen Fabrikgeländes mit Wohnhochhäusern durch seine Nähe zum Rhein und zum Villenvorort Marienburg im Wohnwert erheblich aufgewertet worden. Durch relativ geringe Kriegsbeschädigungen und auch geringe, planerische Eingriffe der Nachkriegszeit blieb ein großer Teil der alten Bausubstanz aus der Zeit vor der Jahrhundertwende erhalten. So behielten nicht nur einige Straßenteile sondern - wenn auch ein eng begrenztes - Straßennetz seinen beziehungsreichen und sehr differenzierten Charakter. In diesem wenig gestörten, originalen Stadtbereich ist das Gebäude erhaltenswert.
Das um 1880 errichtete, dreigeschossige Mietstockwerkgebäude entspricht dem Typ des Dreifensterhauses, wie er für die einfache Bevölkerung dieses ursprünglich mehr industriell bestimmten Vororts gebräuchlich war. Seine historisierende Fassade ist mit den zurückhaltenden, an das Rokoko anklingenden Schmuckelementen in Stuck ausgeführt. Beispielhaft sind die gerundeten Ecken bei allen Fenstern, die stets von einer knappen Stuckleiste, mit einer Kartusche in Fenstermitte, gerahmt werden. Das Erd- und erste Obergeschoß sind mit einem breiten, flachen Fugenschnitt gebändert, im zweiten dagegen fugenlos verputzt.
Zu der senkrechten Struktur der Fensteröffnungen mit originalen Holzfenstern und der originalen Haustüre bilden die durchlaufenden Fensterbankgesimse im ersten und zweiten Obergeschoß sowie die eniger ausgeprägten Deckengesimse die horizontale Unterteilung, wobei über dem Erdgeschoß ein schmaleres Brüstungsfries an einen Schriftrahmen über einem Laden aus der Zeit erinnert. Das weit auskragende Dachgesims schließt gegen das (ausgebaute) Satteldach ab. Die Rückfront ist (neu) verputzt.
Im Inneren dokumentiert die Lage der Treppe den alten Hausgrundriß. Trotz der Veränderungen im Inneren des Gebäudes, ist das Haus unbedingt erhaltenswert und denkmalwürdig.
Die historisierende, ausgewogene Fassade ist ein wesentlicher Bestandteil der Bonifazstraße, die sich als außerordentlich schmale Wohnortstraße zwischen der Goltsteinstraße und der Alteburger Straße erstreckt. Die Bonifazstraße dokumentiert in ihrer Bebauung die Wohnmöglichkeiten der hier tätigen Fabrikarbeiter und Bevölkerung mit geringen Ansprüchen. Noch heute ist der Dissens zwischen Fassade und eigentlicher Wohnqualität des Hauses spürbar, was jedoch in den Nachkriegsjahren durch vorsichtige Eingriffe im Inneren des Gebäudes wesentlich verbessert wurde.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0