Wohn- u. Geschäftshaus
Kempener Straße 1 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1623 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kempener Straße 1, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.09.1983 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrie-Ansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet.
Über dem Balkon des Dachgeschosses krönt ein Schmuckgiebel mit einer Nachkriegs-Dacheinfassung aus Zinkblech die Fassade. Hier ist eine seitliche Pfeilerstruktur als konkave Profilleiste ausgebildet, in die kapitell-artig jeweils eine Maske eingesetzt ist. Über der Fenstertüre in der Mittel des Giebels verbinden sich flache Stuckbänder und Pflanzenornamente zu einer flächendeckenden Struktur. Zwei Dachgauben, jeweils in den Seitenachsen, belichten zusätzlich den Dachraum des Mansarddachs, das im unteren Teil mit Schiefer gedeckt ist. Die rückwärtige Fassade ist aus Backstein gemauert.
Im Inneren sind im Eingangsbereich der Terrazzofußboden und grüne Wandfliesen sowie die Terrazzotreppe mit Eisengeländer erhalten geblieben. Im Hinterhaus sind originale Wohnungs- und Zimmertüren anzutreffen.
Die im Ensemble-Bereich von Nippes liegende Kempener Straße weist an ihrem Beginn - bis Haus Nr. 9 - eine Reihe denkmalgeschützter Häuser auf, wozu auch die Nr. 1 zählt. Ferner ist das Ensemble stadtraumbildend an der Ecke Kempener Straße / Neusser Straße und auch deshalb ein unverzichtbares Element des gerade hier beginnenden, Spezifischen dieses Stadtteils.
Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus Kempener Str. 1 ist typisch für den Jugendstil des Baujahres 1905. Das Gebäude ist in den Obergeschossen noch streng axial aufgebaut: Die mittlere der drei Achsen wird von einem zweifensterigen Erker eingenommen, über dem im Dachgeschoß ein hoher, leider nicht ganz unbeschädigt erhaltener Schmuckgiebel aufgebaut ist. Die Architekturelemente der Stuckfassade erinnern nur noch fern an frühere Funktionen: Die zu beiden Seiten des Erkers die beiden Obergeschosse verbindenden, pfeilartigen Rillendekorbänder mit Girlanden-Applikationen, die auf den beiden Seiten der Fassade wiederholt werden, und z.B. der Brüstungsschmuck im zweiten Obergeschoß aus ornamentalen Medaillons in Blattranken, die je nach Breite der Fenster vierfach oder zweifach angebracht sind. Der Erker besitzt schmale Seitenfenster mit einem Brüstungsmedaillon, eine alte, gußeiserne Fahnenstange zeugt von alten Zeiten. Sehr reizvoll ist das Kranzgesims ausgebildet, dessen geometrisch-ornamentaler Dekor sich in der Mitte völlig von Architekturvorbildern löst. An den Seiten ist jeweils ein mehr florales Muster festzustellen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0