Wohn- u. Geschäftshaus

Kettengasse 4 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1631
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Kettengasse 4, 50672 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.09.1983
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Gebäude wurde um 1880 als dreieinhalb-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer in Stuck gegliederten, gelben Klinkerfassade erbaut.

Es ist eines der wenigen, erhaltenen Häuser der historischen Bebauung, die mit ihrer Maßstäblichkeit Bezug nimmt auf die geringe Breite der mittelalterlichen Kettengasse, deren Straßenraum teils durch den gekrümmten Verlauf, teils durch die gegenüber liegende Bebauung an den Einmündungen in Friesenwall und Pfeilstraße geschlossen ist. Die Einmündung in den Friesenwall verläuft rechtwinkelig zur ehemaligen Stadtmauer, die Einmündung in die Pfeilstraße schleifend, eine dreieckförmige, platzartige Erweiterung bildend. Die Kettengasse liegt im Ensemble-Bereich historischer Bebauung der westlichen Ehrenstraße, wo trotz der nahezu neunzigprozentigen Zerstörung der Kölner Altstadt zusammenhängende Altbausubstanz teilweise erhalten geblieben ist.

Die Architektur der Straßenansicht besteht aus einer Verbindung des traditionsreichen Dreifensterhauses aus der Zeit des Kölner Klassizismus mit Architekturelementen, die von Vorbildern der italienischen Renaissance abgeleitet wurden. In der Enge der Kettengasse wurde, ähnlich wie am Haus Kettengasse 16, die Betonung des Gesamtausdrucks auf die obere Hälfte der Ansicht gelegt: Oberhalb des kräftig dimensionierten Stockwerkgesimses über dem Erdgeschoß, das mit dem durchlaufenden Fensterbankgesims am ersten Obergeschoß ein stark ausgeprägtes, einheitliches Profil bildet, zeigen sich die Geschosse durch die mit zunehmender Höhe ausladender dimensionierten Fensterbankgesimse jeweils in Einheit mit den balkenförmigen Fensterüberdachungen unterhalb, zuletzt durch das Traufgesims als abschließende und stärkste Auskragung, die durch die Fensterumrahmung am niedrigen vierten Obergeschoß friesartig eingeleitet wird, in vorliegend horizontal betonten Zonen. Die Rustika an den Pfeilern des Haus- und Ladeneingangs aus glatten Flächen mit tief liegenden, horizontalen Fugen und kastenförmigen Kapitellen ist am Pfeiler links neben dem Hauseingang als Vorbild für die Rekonstruktion der im übrigen beschädigten Rustika am Erdgeschoß erhalten. Als vergleichsweise bescheiden ausgeprägte Vertikalität der Straßenansicht kennzeichnet die Überdachung des mittleren Fensters am zweiten Obergeschoß als einzige, dreieckförmige Fensterüberdachung die Mittelachse als Symmetrieachse der Ansicht. Zudem ist die vertikale Linienführung der Seitenteile der nach innen abgetreppten Fensterumrahmungen durch geschwungene Konsolen unterhalb der Überdachungen und unterhalb der Fensterbankgesimse durch quadratische Platten fortgeführt.

An den im Krieg durch Brand beschädigten Innenausbau erinnert der mosaikartige Fliesenbelag des Bodens im Hausflur, der in dunklen Farben ein diagonal verlaufendes Gitterwerk darstellt mit stilisierten Blüten in hellen Brauntönen an den Kreuzungspunkten der Stäbe, die sich vor einem hellgrauen Hintergrund plastisch abheben, am Rand durch ein gezahntes Ornament begrenzt. Bemerkenswert erscheint auch die Konstruktion des Kellers, die entgegen der in dieser Zeit einsetzende Bauweise, den sogenannten preußischen Kappen (Stahlträger / Ziegel), nur aus in Ziegeln gemauerten Pfeilern, Bogen und Tonnen besteht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0