Teil eines Wohn- u. Geschäftshaus
Pfeilstraße 37 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_5998 |
|---|---|
| Typ | Kleindenkmal |
| Bezeichnung | Teil eines Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Pfeilstraße 37, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1860 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.04.1991 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut um 1860, rückwärtiger an der Kettengasse liegender Gebäudeteil von Haus Nr. 37; 3 Geschosse, 3 Achsen, Backsteinfassade mit sparsamen Gliederungen (Fensterbank- und Stockwerkgesimse), EG Putzfassade mit Fugenschnitt, Fenster weitgehend verändert (nur im 1. OG original), Eingangstür verändert. Zum Innenhof liegende Rückseite backsteinsichtig, ältere Holzfenster. Im Innern original erhalten: teilweise Holzdielenboden, Gewölbekeller weitgehend mit preußischer Kappendecke. Bestandteil des Denkmals ist auch der unter dem Vorderhaus liegende, bis zur Pfeilstraße reichende Keller mit Tonnengewölbe. Nicht zum Denkmal gehört das stark veränderte Vorderhaus an der Pfeilstraße (2 Geschosse sowie neuerer Dachaufbau).
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Während die Pfeilstraße in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts durch Stadtbaumeister J. P. Weyer angelegt wurde, hat die Kettengasse, früher Liartgasse genannt, ihren Ursprung im Mittelalter. Im 14. Jahrhundert befanden sich hier Zinshäuserreihen, 1-2geschossige Gebäude ohne Speicher und Giebel, die für einfache Tagelöhner und Landarbeiter bestimmt waren und wo mehrere Häuser unter nur einem Dach zusammengefaßt wurden. Das o. g. Objekt entstand um 1860 als im Zusammenhang mit Industrialisierung und Bevölkerungswachstum die noch freien Grundstücke innerhalb des Festungsgürtels bebaut wurden. Aufgrund der geringen Größe der Parzelle, kurz vor der Einmündung der Kettengasse in die Pfeilstraße, befindet sich das zum o. g. Objekt gehörende Vorderhaus, das aufgrund der starken Veränderungen mit Ausnahme des Kellergeschosses nicht denkmalwert ist, an der Pfeilstraße. Das o. g. Objekt, eine Variante des für Köln typischen Dreifensterhauses, nimmt in seiner Maßstäblichkeit Bezug auf die Enge der mittelalterlichen Gasse, wie es auch in seinem Grundriß ihrem Verlauf folgt. Auch als integraler Bestandteil des mit den weiteren historischen Gebäuden an der Kettengasse gebildeten Ensembles (Nr. 3, 4 und 6) wird das o. g. Objekt zum unverzichtbaren Dokument, das noch heute den Bebauungsprozeß des mittelalterlichen Straßennetzes im 19. Jahrhundert veranschaulicht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0