Wohnhaus
Rotkäppchenweg 2a · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1641 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Rotkäppchenweg 2a, 51067 Köln |
| Baujahr | 1920er Jahre |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 29.09.1983 |
| Stadtteil | Holweide |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln, da es Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes ist - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Vorort.
Das Objekt ist eine originalgetreue Rekonstruktion eines bestimmten Haustyps, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.
Das Haus Rotkäppchenweg 2a ist ein ein- bzw. zweigeschossiges, dreiteilig gegliedertes Gebäude, das seinerseits den Abschluß einer Hauszeile gleichartiger Baueinheiten (Nr. 2a bis Nr. 18) bildet. Die dekorlose Putzfassade zeigt in drei Achsen eine charakteristische Aufteilung: In der dritten Achse wächst das Erdgeschoß in ein turmartiges Obergeschoß über, das mit einem flachen Zeltdach bekrönt ist; das Mittelteil mit einem Rundbogeneingang weist ein niedrig herunterreichendes Satteldach auf; in der dritten Achse befindet sich ein niedriger, leicht rückversetzter Anbau, der das Zeilenende markiert. Die ausdifferenzierte Dachgestaltung vermittelt einen dörflich-romantisierenden Eindruck der ganzen Hausgruppe.
Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlich romantischem Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.
Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadt-Vorstellung dar, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensioedlung vertretenen Haustypus ist der Erhalt des Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0