Wohnhaus

Rotkäppchenweg 1 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6324
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Rotkäppchenweg 1, 51067 Köln
Baujahrum 1922
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.12.1991
Stadtteil Holweide

Um 1922 erbaut. Architekt Manfred Faber, Bestandteil der Märchensiedlung. Erstes Gebäude innerhalb einer Häuserzeile gleichartiger Baueinheiten (Nr. 1 - Nr. 11); dreiteilig gegliedertes, in der Höhe und Bauflucht gestaffeltes 1-2geschossiges Gebäude, mit dem südlichen niedrigen Anbau direkt an das Haus Nr. 3 anschließend, Satteldächer, Walmdach über dem turmartigen 2geschossigen Bauteil, Putzfassade (heute fast vollkommen bewachsen). Rundbogeneingang mit originaler, jedoch neu verblendeter Holztür, bis auf ein kleines sprossiertes Rundbogenfenster an der südlichen Giebelseite alle Fenster verändert, abgeschrägte Fensterlaibungen original. Im Innern original erhalten: Holztreppe mit Holzhandlauf, hölzerne Brüstung im OG, einige Zimmertüren. Rückseite: Putzfassade, neue Fensteröffnungen, neuere Klappläden, neue Gaube auf südlichem Anbau. Bestandteil des Denkmals ist auch die halbhohe verputzte Einfriedungsmauer entlang der Straße, der verputzte Pfeiler vor dem südlichen Anbau an der Grenze zu Nr. 3 sowie der an das Haus rück- und seitwärts angrenzende Garten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung -, der in den 20er Jahren d. Jh. nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphahn gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfes Holweide zu einem Kölner Wohnvorort. Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem ländlich romantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) sowie große rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus. Das o. g. Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustypus, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- unbd mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung. Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung dar, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist. Als integraler und noch weitgehend original erhaltener Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps, ist der Erhalt des o. g. Objektes einschließlich der Einfriedung und des Gartens daher unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0