Wohnhaus

Ehrenfeldgürtel 165 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1647
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Ehrenfeldgürtel 165, 50823 Köln
Baujahr1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.10.1983
Stadtteil Neuehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Das Straßennetz besitzt hier nicht den eher rasterartigen Charakter der südlichen Stadtteile. Der Ehrenfeldgürtel liegt im mittleren Ensemblebereich des Stadtteils.

Das drei- bis viergeschossige Wohnhaus hat drei Achsen, wobei der Erker im ersten und zweiten Obergeschoß in der Mittelachse zwei Fenster aufweist. Das Erdgeschoß mit nach dem Krieg veränderter Außenhaut zeigt in den rechten beiden Achsen die originalen, breiten Stichbogenfenster mit den originalen Holzfenstern (versetzte Kämpfer). Die linke Achse teilen sich Eingangstüre und ein schmaleres Fenster. Ein ornamentierter Kämpfer über der Eingangstüre und der schmükkende Schlußstein über dem Oberlicht sind bemerkenswerte Schmuckelemente. In den Obergeschossen blieb die mit Stuckelementen geschmückte Putzfassade aus dem Erbauungsjahr 1910 vollständig erhalten. Der Erker weist im ersten Obergeschoß eine glatte, leicht kassettierte Brüstung auf, im zweiten Obergeschoß schmücken das Mittelfeld zwei quadratische Rosetten. Im dritten Obergeschoß bildet ein Balkon mit kassettierten Brüstungen den oberen Erkerabschluß, wobei dieser als Architrav für die an den Seiten des Erkers durch Fugen angedeuteten Pilaster verstanden werden kann.

Die Seitenachsen der beiden Obergeschosse sind gleich und werden durch einen Stuckrahmen zusammengefaßt. Das dazwischen liegende Brüstungsfeld wird mit drei senkrechten Stuckgirlanden geschmückt. Unter den Fensterbankgesimsen sind ornamentierte Stuckleisten angeordnet.

Das Kranzgesims leitet mit klassischem Zahnschnittgesims zum breiten, zwei Achsen umfassenden Zwerchgiebel über, der von einem klassischen Dreieckgiebel mit rundem Giebelfenster überdacht wird. Über der rechten Seitenachse durchbricht eine Dachgaube das Mansarddach.

Die rückwärtige Fassade wurde nach dem Krieg verkleidet, weist aber noch die alten, mit Holzbögen unterteilten Wintergartenfenster auf.

Das Treppenhaus besitzt noch die originale Buntverglasung. Im Eingangsbereich wechselt, der Bauzeit entsprechend, der Marmorboden nach einer Zwischentreppe, Wandstuck und Deckenstuck in Kassettenform sind noch original vorhanden. Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer besitzt einen Antrittspfosten. Wohnungs- und Zimmertüren sowie Stuckdecken Souiten und Mittelrosetten in allen Geschossen.

Städtebaulich ist das Gebäude noch eingefügt in die an dieser Stelle in starkem Maße vorhandene Originalbebauung, mit der das Gebäude die Erstbebauung dokumentiert. Im Straßenraum mit originalem Baumbestand ist das charaktervolle Gebäude unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0