Wohn- u. Geschäftshaus
Keupstraße 40 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1652 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Keupstraße 40, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.10.1983 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jahrhundert aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggon-fabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie. 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte.
Das zweigeschossige Geschäftshaus mit ausgebautem Dachgeschoß wurde um 1880 errichtet. Es zeigt eine vierachsige Fassade, die zwischen den Geschossen durch ein breites Gurtgesims mit Inschriftenfeld horizontal in zwei gleiche Teile getrennt ist. Die Horizontalität der Fassade ist noch zusätzlich gestaltet durch die Anreihung von Segmentbogenfenstern mit gleichem Stuckdekor (Gesimsbalken auf Zierkonsolen und Rosette im Dekorfeld als Fensterbekrönung in Verbindung mit Gewändeeinrahmung) im Obergeschoß, durch ein kräftiges Kranzgesims und durch die unterschiedliche Achsen-verteilung in den beiden Geschossen (nur die dritte und vierte Achse sind identisch). Das Erdgeschoß zeigt über einem niedrigen Putzsockel breite Bänderung mit drei großen, rechteckigen Fenstern (originale Dreiteilung; erste, zweite und vierte Achse) und einem fensterhohen, schmalen Eingang (dritte Achse), alle mit profilierten Gewänden und einge-rahmt. Im Obergeschoß befinden sich in gleichmäßigen Abständen vier Segmentbogen-fenster mit renaissance-ähnlicher Bekrönung. Durch die unauffällige Gruppierung der Fenster um die Hausmitte wird die – nicht markierte – Mittelachse der Fassade wahr-nehmbar gemacht – eine Tatsache, die dem Gebäude einen geschlossenen und reprä-sentativen Charakter verleiht.
Das o.g. Haus stellt eine erweiterte und vorstädtische Variante des für Köln ehemals charakteristischen Dreifensterhauses dar. Statt drei sind es hier vier Achsen, die den Eindruck eines in die Breite konzipierten Gebäudes vermitteln, wohl bedingt durch das Bedürfnis, eine größere Lokalfläche im Erdgeschoß zu haben. Städtebaulich bildet das Objekt einen Bestandteil der Erstbebauung der Keupstraße und dokumentiert somit – gemeinsam mit anderen, erhalten gebliebenen Bauten – deren ursprüngliches Straßen-bild. Eine besondere, städtebauliche Bedeutung bekommt das Haus dadurch, daß es einen Blickfang von der in die Keupstraße mündenden Schanzenstraße aus gesehen bildet und somit eine Sichtverbindung zum Haupteingang der Drahtseilerei Felten & Guilleaume darstellt. Mit dem Nachbarhaus Nr. 38 korrespondiert es in Maß, Größe und Gestaltung und stellt somit eine EnsembleGruppe erhaltenswürdiger Häuser dar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0