Wohnhaus
Genovevastraße 94 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1879 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Genovevastraße 94, 51063 Köln |
| Baujahr | 1850 bis 1860 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.11.1983 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jahrhundert aus einer Gewerbestadt zu einem industriellen Vorort (Waggonfabrik Zpen & Charlier 1846, Blöeiweißfabrik Lindgens & Söhne 1852, Walzwerk Böcking & Cie. 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrie-Anlagen führte.
Das zwei- bis dreigeschossige Eckhaus mit Altanvorbau mit Terrasse wurde 1850/1860 errichtet. Es zeigt zwei fünfachsige Fassaden mit sparsamem Stuckdekor in klassizistischem Stil. Das palastartig wirkende Gebäude ist zur Keupstraße durch einen Mittelrisalit akzentuiert, der turmartig alle beiden Seitenflügel des Hauses überragt. Ausgeprägt horizontale Gliederung der Fassade (Bänderung im Erdgeschoß, Gurt- und Fensterbankgesimse, Attika-Halbgeschoß mit mächtigem Kranzgesims) lassen das Haus größer und mächtiger erscheinen als es in Wirklichkeit ist. Eine originale Einfriedung mit Mauer und Gitter schließt einen Vorgarten mit einem hohen Baum ein.
Im Hausinneren findet die klassizistische Fassadengestaltung eine entsprechende Wiederaufnahme: Vielfarbige Fußbodenfliesen, Marmorstufen und -sockel, Wand- und Deckenstuck in ionischer Pilasterordnung im Hausflur und Holztreppe mit Podesten im Treppenhaus. Eine originale Haustüre und einige Terrazzotüren ergänzen die ästhetische Einheit dieses Hauses.
Städtebaulich setzt das Haus einen Akzent in die Bebauung der nahen Umgebung: Einerseits bildet es eine repräsentative Eckgestaltung (Keupstraße / Genovevastraße) und korrespondiert dadurch mit dem Eckhaus Schanzenstraße / Keupstraße, andererseits setzt es sich durch die palastartige Erscheinung und durch den Vorgarten von der übrigen, in die Straßenfluchtlinie der Keupstraße eingeordnete Bebauung sichtlich ab. In der Genovevastraße bietet dann die Wiederholung von gleich gestalteten Fensterachsen eine Fortsetzung an und schafft damit eine nahtlose Anbindung zur (späteren) Reihenhausbebauung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0