Wohnhaus
Pferdmengesstraße 13 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1676 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Pferdmengesstraße 13, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.10.1983 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts darstellt. Dieser Vorort, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jahrhundert eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert wurde auf dem Hügel nach Plänen des Stadtbaumeisters H.J. Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt. Bedeutende deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto March, Hermann Olbrich und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.
Die dreigeschossige Doppelvilla wurde im rechten Teil 1914 fertiggestellt. Architekten waren Schreiter und Below. Die Ansicht zur Straße wird vom hohen, abgeknickten Giebel bestimmt, der sich über dem ersten Obergeschoß über zwei Geschosse erhebt. Die Villa liegt hinter einem kleinen Vorgarten, der durch ein bemerkenswertes Jugendstil-Gitter von der Straße abgegrenzt wird. Das zur Straße hin zweiachsige Gebäude steht auf einem Souterrain und wird zum Vorgarten hin mit unter den Fenstern des Hochparterres gelegenen Fensteröffnungen belichtet. Die Putzfassade des Hochparterres wird von horizontalen Stuckstreifen gegliedert, deren Höhe in den Fenstersprossen aufgenommen wird. Die linke Achse besteht aus drei hochrechteckigen Fensteröffnungen. Rechts schiebt sich mit schrägen Seiten ein Erker vor, der pagodenartig überdacht ist und einem kleinen Balkon Raum läßt. Die originalen Fenster zeigen im Oberlicht in Rhomben aufgeteilte Sprossen. Die Fassade des ersten Obergeschosses ist verputzt und besitzt links zwei hochrechteckige Fenster. Ein darüber liegendes, stuckiertes Geschoßgesims nimmt die Höhe der seitlich einspringenden Dachtraufe auf. Zwei hochrechteckige Fensterpaare sind in die schmucklose, stuckumrandete Putzfläche eingesetzt. Darüber liegt im Giebel eine quadratische Fensteröffnung (auf der originalen Architektenzeichnung war hier ein Palladiofenster eingezeichnet, die Fenster des Obergeschosses hatten Klappläden).
Neben dem seitlich nach hinten, über einige Stufen zu erreichenden Haupteingang - mit sparsamem Schmuck und einem kleinen Pultdach - liegt der zum Bauwich weisende, mit kleineren Fenstern versehene Treppentrakt. Ein Buntglasfenster ist hier bemerkenswert.
Die Gartenfassade öffnet sich auch im Souterrain, weit hinter einem links vorspringenden Risalit. Im Geschoß darüber ist rechts eine große Veranda angeordnet (mit schmiedeeisernem Gitter). Der Seitenrisalit des ersten Obergeschosses ist fensterlos. Im zweiten finden wir im Risalit (der übrigens verputzt ist) zwei schmucklose Fensteröffnungen, während rechts ein breiter Balkon mit Jugendstil-Schmiedegittern über dem Balkon des ersten Obergeschosses liegt. Das Dach ist im obersten Geschoß nicht ausgebaut.
Ins Innere tritt man durch die originale Eingangstüre. Auch die originalen Wohnungs- und Zimmertüren sind zum weitaus überwiegenden Teil vorhanden, wie auch die Holztreppe mit Holzgeländer. Das Gebäude ist geschoßweise in Wohnungen unterteilt. Im Hochparterre sind der Marmorboden (nicht original, jedoch zum sehr qualitätvollen Ausbau passend), vor allem aber die sehr schönen Decken hervorzuheben. Im Erkerzimmer ist die Decke in Rauten stuckiert, im linken Raum als phantasiereiche Rokoko-Stuckierung, im Gartensalon schließlich als ländliche Holzbalkendecke. Die Decken der Obergeschosse sind ähnlich reich behandelt.
Die Villa ist im Ensemble-Bereich Marienburgs gelegen und weist alle Eigenschaften dieser herrschaftlichen Wohnlage auf (schöner Garten mit älterem Baumbestand). Allerdings ist das Fertigstellungsdatum - nach dem Beginn des ersten Weltkriegs - vielleicht mit ein Grund für die eher bescheidene äußere Erscheinung, der aber ein eher aufwendiger Innenausbau gegenüber steht. Die Villa ist als ein Teil des Marienburger Ensemble-Bereichs unverzichtbar und ein wertvolles Dokument des ausgehenden Historismus.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0