Wohn- u. Geschäftshaus
Weyertal 15 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1725 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Weyertal 15, 50937 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.11.1983 |
| Stadtteil | Sülz |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Süd, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Vororts außerhalb der Neustadt bzw. der späteren, preußischen Umwallung von 1888 dokumentiert. Der Ort Sülz war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts eine kleine Ansammlung von Höfen und ländlichen Wohnbauten, der erst Mitte des 19. Jahrhunderts vom Bauunternehmer H. Wagner für die Arbeiter seiner Kiesgruben und Ziegelei im Sinn einer städtischen Ansiedlung erschlossen wurde. Mit den Nachbarvororten wuchs Sülz schnell zu einem zusammenhängenden Stadtraum zusammen, da es den Kölnern Platz für neuen Lebens- und Wohnraum bot. 1888 wurde Sülz nach Köln eingemeindet.
Das viergeschossige Mietstockwerkhaus hat vier Achsen und ist um 1905 erbaut worden. Jugendstil- und Barockelemente sind in der axial aufgebauten Fassade verwandt worden, die von einem mittigen Ziergiebel bekrönt wird.
Im Erdgeschoß weist die Stuckfassade horizontale Fugen auf, die über den Fenstern in eine Sturzbalkenquaderung übergeht. Die Ladenzone in der Mitte nimmt die Axialität in einer mittleren Türe und zwei seitlichen Schaufenstern auf, zur Hauseingangstüre links korrespondiert die (etwas breitere) Hoftüre rechts. Über dem Ladengeschoß verläuft bis zum Fensterbankgesims des ersten Obergeschosses ein breiter, glatter Fries.
Die beiden nächsten Obergeschosse sind senkrecht, zwischen den Fenstern rustiziert, die mittleren beiden Achsen sind als Scheinrisalit ein wenig vorgeschoben und reichen, ein betontes Fenstergesims durchstoßend, durch das dritte Obergeschoß bis in den Ziergiebel des Dachgeschosses. Die Fenster des ersten Obergeschosses haben einen geraden Sturz, so daß sich über einem barockisierenden Brüstungsfries leicht eine Verbindung zu den rundbogig abschließenden Fenstern des zweiten Obergeschosses schaffen läßt. Gegenüber den beiden in die Rustika-Fugung eingebundenen Fenstern der Mittelachsen treten die Außenfenster mit stuckierten Rahmen, Schlußsteinapplikation und geschwungener Übergiebelung stärker hervor. Ein Fries mit Pflanzendekor unter dem Fenstergesims des dritten Obergeschosses und das breite, rundbogige Fenster in der Mittelachse mit reicher Stuckverzierung über dem Rundbogen sichern wiederum mit dem gesprengten Kranzgesims die Aufmerksamkeit auf das Mittelfeld, wo schließlich der geschwungene Giebel mit reichem Stuckdekor nochmals ein rundbogiges Dachfenster einfaßt.
Die Seitenachsen treten durch glatten Putz und eine einfache Stuckumrahmung mit Schlußsteinakzent mehr in den Hintergrund. Das Satteldach wird zur Zeit neu hergerichtet und ausgebaut, die rückwärtige Fassade wird in Backstein original belassen.
Im Inneren hat sich derzeit im Eingangsflur der Terrazzoboden erhalten. Die Terrazzotreppe besitzt ein neues Eisengeländer. Die Fenster sind überwiegend original alt (Holzfenster), ein absolut originales Sprossenoberlicht hat sich rechts im ersten Obergeschoß erhalten.
Städtebaulich ist es erfreulich, daß die Häuser Nr. 13 - 19 nicht nur den Krieg, sondern auch die Nachkriegszeit mit ihren Fassaden des Späthistorismus überstanden haben, wobei Nr. 19 sogar noch den Eckzierat in Form von Türmchen aufweist. Das Haus Nr. 15 ist deshalb ein unverzichtbares Dokument der Erstbebauung des Stadtteils Sülz und ist maßstabbildend für die sehr vielstuckige Wohn- und Geschäftsstraße Weyertal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0