Wohn- u. Geschäftshaus

Nikolausstraße 59 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4405
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Nikolausstraße 59, 50937 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.01.1988
Stadtteil Sülz

Das um 1905 errichtete Eckhaus präsentiert mit drei Geschossen und drei Achsen zum Weyertal, sowie 9 Achsen zur Nikolausstraße einen markanten Baukörper auf L-förmigem Grundriß mit abgeflachtem Winkel. Das EG ist über dem Sohlbankgesims durch Fugenschnitte strukturiert, die sich bis in die Brüstungsfelder im 1. OG fortsetzen und mit einem unter den Sohlbankgesimsen verlaufenden Arabeskenfries abschließen. Zum Weyertal wird das Erscheinungsbild durch den Erker im 1. und 2. OG mit darüber befindlichem Balkon und Giebelhäuschen geprägt. Die floral ornamentierten Brüstungsfelder des Erkers treten in reliefartigen Gegensatz zu den Fugenschnitten, die als Gestaltungselement auch am linken Abschluß der Fassade zum Weyertal, an der Abschrägung zur Nikolausstraße, an den Fensterrahmungen, sowie rechts neben der Achse des Treppenhauses und am rechten Fassadenrand zur Nikolausstraße wiederkehren. Über dem Erker wird der Ziergiebel augenfällig, mit Giebeltürmchen und darunter befindlichem abgestuften Karniesbogen, der seinerseits auf Voluten lagert. zur Nikolausstraße dominiert der Eingang mit originaler Holztür durch die florale Ornamentierung von Fenstersturz und Brüstungsfeld des unteren Treppenhausfensters, das bis zum Türsturz des Eingangs reicht. Nach oben setzt sich die Verzierung in dieser Achse durch die Verdachung des mittleren Fensters fort, die ornamental mit den Festons am oberen Ovalfenster verbunden ist. Zu den Zierformen gehören im 1. und 2. OG die Relieffelder zwischen der 1. und 2., sowie der 5. und 6. Achse, ferner die schmiedeeisernen Maueranker in Höhe der Sohlbänke des 2. OG. Die Turmachse wird durch das ornamentierte Brüstungsfeld (2. OG) und die Masken an der Abwinkelung unterhalb der Schieferverkleidung hervorgehoben, die sich auch über den Fensterstürzen im 2. OG befinden. Mit einem unter dem profilierten Traufgesims verlaufenden Rosettenfries, der vom Eckturm und der Balkonbrüstung durchbrochen wird, schließt die Fassade ab. Als barockes Formelement wächst auf der Ecke zum Weyertal ein verschieferter Eckturm auf polygonalem Grundriß aus der Fassade über den ein oktogonaler Turmhelm aufragt, der kugelförmig abschließt. Insgesamt weist der Baukörper eine gleichgewichtige vertikale und horizontale Durchdringung auf, in der sich die Proportionen des Hauskerns seinem Querschnitt entsprechend verdeutlichen.

Im Hausflur befinden sich der Terrazzoboden, die Wandfliesen und die Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer in originalem Zustand.

Die Nikolausstraße gehört mit ihrer Bebauung zur zweiten Entwicklungsphase in Sülz, die nach der Jahrhundertwende einsetzt, als die Kölner Neustadt nahezu vollendet war und somit weitere Gebiete für stadtnahes Wohnen erschlossen werden mußten. Das o. g. Objekt ist ein Dokument der Originalbebauung aus dieser Zeit.

Eingebunden in ein strenges Straßenraster zwischen Luxemburger Straße, Berrenrather Straße und Zülpicher Straße grenzt die Originalbebauung der Nikolausstraße an das historische Straßenbild des Weyertals, das durch Erker, Balkone, Stuckfassaden mit Backsteingliederungen charakterisiert ist. Das o. g. Eckhaus fügt sich mit dem Gebäude Nikolausstr. 61 zu einem unverzichtbaren, straßengestaltenden Denkmalensemble.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0