Wohnhaus

Mauenheimer Straße 8 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1736
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mauenheimer Straße 8, 50733 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.11.1983
Stadtteil Nippes

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Das Gebäude dokumentiert die städtebauliche Anbindung von Nippes an Köln nach der Eingemeindung.

Das viergeschossige, vierachsige Miethaus wurde um 1900 im Stil der Renaissance errichtet. Das Erdgeschoß liegt im Wohnbereich etwas unter Straßenniveau, dagegen weisen das zweite und dritte Obergeschoß eine relativ hohe Geschoßhöhe auf.

Das erste Obergeschoß ist zurückhaltend mit horizontalen Quaderfugen in Stuck versehen und wird zum zweiten Obergeschoß mit einem Deckengesims abgeschlossen. Dieses und das dritte Obergeschoß sind mit fast gleichartigen, hohen, rechteckigen Fenstern ausgestattet, die von einer halbrunden Fensterüberdachung mit eingesetztem Stuckornament abgeschlossen werden. Die Fensterumrahmungen sind jeweils in Kämpferhöhe mit einem Diamantquader unterbrochen. Das erste Obergeschoß weist unterhalb des durchlaufenden Fensterbankgesimses einen zusätzlichen Brüstungsfries auf. Beide Hauptgeschosse sind mit den gleichen, horizontalen Fugenbändern in Stuck versehen. Im Dachgeschoß (mit Walmdach) krönt ein Schmuckgiebel über zwei Achsen in Fortsetzung der Fassade das Gebäude. Ein gerades, stark profiliertes Abschlußgesims trägt einen kartusche-artigen Giebelschmuck. Die Holzfenster sind teilweise noch original erhalten.

Die rückwärtige Fassade mit Anbau an einem kleinen Höfchen ist in Backstein gemauert.

Im Inneren haben sich im Eingang der Terrazzofußboden, die (teilweise beschädigten) Wandfliesen, Deckenstuck mit Konsolen und eine Holztreppe mit Holzgeländer erhalten. Wohnungs- und Zimmertüren sind größtenteils original.

Die Mauenheimer Straße weist noch überwiegend originalen Baubestand aus der Jahrhundertwende auf. Sie ist eine der ältesten Straßen dieses Stadtteils, ihre Wohnbebauung hat sich entlang des vorhandenen Flurwegs entwickelt. Durch die heutige Verkehrsführung (erschwerte Anbindung an die Neußer Straße) wurde ihr ursprünglicher Wohncharakter bewahrt und sogar weitgehend gefördert. Das Gebäude ist deshalb ein unverzichtbarer Teil des überwiegend original erhaltenen Straßenraums.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0