Wohnhaus
Mauenheimer Straße 10 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1687 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mauenheimer Straße 10, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.10.1983 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälftge des 19. jahrunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Das o.g. Gebäude ist ein dokumentierender Bestandteil aus der Zeit nach der Eingemeindung.
Bei dem viergeschossigen Wohn- und Geschäftshaus mit Mansarddach handelt es sich um ein einfacheres Miethaus aus der Zeit um 1900. Es wurden gotisierende und klassizistische Formenelemente verwandt. Ab erstem Obergeschoß ist das Gebäude durch einen links über zwei Fenster reichenden Scheinrisalit in der Senkrechten zweigeteilt. Dieser erfährt im ersten Obergeschoß eine Akzentuierung durch einen zwei Fenster überdachenden Dreieckgiebel mit darunter aufgesetztem Stuckdekor, der auch zwischen den Fenstern im zweiten Obergeschoß angebracht wurde. Ein durchlaufendes Deckengesims über diesen Fenstern schließt mit dem Fenstergesims des dritten Obergeschosses Brüstungsausfachungen in Rauhputz ein. Eine Scheinüberdachung mit darüber stehendem, hohen Fenstergiebel schließt diesen Fassadenteil nach oben ab.
Die beiden rechten Achsen zeigen im ersten Obergeschoß hochgezogene Rundbogenfenster mit knapper Stucküberdachung, ab zweitem Obergeschoß weisen die Fenster - wie auf der linken Seite - einen geraden Sturz auf, der von einem (gotisierenden) nach innen geschweiften Gesims überdacht wird. Die Übergiebelung der Fenster im dritten Obergeschoß gleicht jeweils dem großen Schmuckgiebel im ersten Obergeschoß. Ein im Bereich des Giebelfensters ausgesprartes Dachgesims schließt diese recht spannungsreiche Fassade nach oben hin ab.
Im Inneren wurde eine Holztreppe mit Holzgeländer angetroffen.
Die Mauenheimer Straße weist noch überwiegend den originalen Baubestand aus der Jahrhundertwende auf. Sie ist eine der ältesten Straßen dieses Stadtteils, ihre Wohnbebauung hat sich entlang eines vorhandenen Flurwegs entwickelt. Durch die heutige Verkehrsführung (erschwerte Anbindung an die Neusser Straße) wurde ihr ursprünglicher Wohn-Charakter bewahrt und sogar weitgehend gefördert. Das Gebäude ist deshalb ein unverzichtbarer Teil dieses gut erhaltenen Straßenraums.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0