Siedlung "Märchensiedlung"

Andersenstraße 14 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1745
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Märchensiedlung"
Adresse Andersenstraße 14, 51067 Köln
Baujahr1920er Jahre
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1983
Stadtteil Holweide

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Teilhaus Andersenstraße 14 bildet mit dem Nachbarhaus Nr. 17 eine architektonische Einheit, die ihrerseits einen Teil einer eingeschossigen Hauszeile gleichartiger Baueinheiten (Nr.6 bis Nr. 20) darstellt. Das Doppelhaus Nr. 14 und Nr. 12 ist symmetrisch aufgeteilt und zeigt eine vierachsige, dekorlose Fassade mit vier rechteckigen Fenstern mit abgeschrägten Laibungen im Erdgeschoß. In der Mitte des Doppelhauses erhebt sich über dem Erdgeschoß ein leicht vorkragender Erker mit zwei Fenstern, der in einem breiten Frontgiebel gipfelt. Ein herunterreichendes Satteldach in der ersten und vierten Achse erzeugt eine kleinstädtisch-romantisierende Wirkung des Hauses. Ein zurück versetzter und niedrigerer Eingangsanbau links mit Satteldach und rechtekkigem Eingang verbindet das Objekt mit dem gleichen Eingangsbau (spiegelbildlich gesehen) des Nachbarhauses Nr. 12. Die mehrmalige Wiederholung dieser Anbindung in der Hauszeile zusammen mit den dazwischen liegenden Giebelzonen erzeugen eine Rhythmisierung der ganzen Hausfront mit. Eine mit der Hauptfassade fast identische Gestaltung zeigt auch die Rückfassade.

Eine Holztreppe, Sprossenfenster und eine schwere Eichenholz-Haustüre dokumentieren die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0