Siedlung "Märchensiedlung"

Andersenstraße 36 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1752
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Märchensiedlung"
Adresse Andersenstraße 36, 51067 Köln
Baujahr1920er Jahre
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1983
Stadtteil Holweide

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Haus Andersenstraße 36 ist ein zweigeschossiger Teil einer Hausfront gleichartiger Baueinheiten Nr. 34 bis 52. Es zeigt eine symmetrische, dreiachsige Fassade mit Eingang in der Mitte. Über dem Eingang liegt im ersten Obergeschoß ein rundes/sechseckiges Treppenhausfenster. Die glatte, dekorlose Fassade ist durch vier gleiche, rechteckige Fenster mit leicht abgeschrägten Laibungen geöffnet. Ein niedrig wirkendes, leicht hervorragendes Satteldach schließt das Gebäude nach oben ab. Die Rückfassade zeigt eine eingeschossige, zweiachsige Fassade mit herrunterreichendem Dach, das durch zwei Dachgauben geöffnet ist.

Im Hausinneren findet man eine originale Holztreppe, die zu den oberen Räumen führt. Originale Haustüre aus massivem Eichenholz und Fensterläden an der Innenseite der kleinteiligen Sprossenfenster bezeugen die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Konzeption dieser Siedlungsarchitektur.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0