Siedlung "Märchensiedlung"

Drosselbartstraße 16 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1763
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Märchensiedlung"
Adresse Drosselbartstraße 16, 51067 Köln
Baujahr1920er Jahre
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1983
Stadtteil Holweide

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Haus ist ein Teil einer zweigeschossigen Hauszeile (Nr. 2 bis 30), die durch ein durchlaufendes Satteldach verbunden ist. Die dreiachsige, dekorlose Fassade zeigt in der ersten und zweiten Achse vier Fenster mit abgeschrägten Laibungen (die Erdgeschoßfenster sind zur Seite gedrückt). Dieser Gebäudeteil gipfelt in zwei flach gehaltene Zeltdächer, die vor dem Satteldach liegen. In der Achse liegt ein zurückversetzter, wesentlich niedrigerer Eingangsanbau mit niedrig herunterreichendem Satteldach und einem rechteckigen Eingang und zwei kleinen Fensterchen. Zusammen mit den Nachbarhäusern Nr. 14 und 12 bildet das Objekt eine rhythmisierte Dreihausgruppe, da das mittlere Haus leicht zurück versetzt liegt und ein einfaches Satteldach zeigt.

Eine Holztreppe und ein weißer Kachelofen im Hausinneren dokumentiert die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0