Siedlung "Märchensiedlung"

Aschenbrödelweg 2 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1810
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Märchensiedlung"
Adresse Aschenbrödelweg 2, 51067 Köln
Baujahr1920er Jahre
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1983
Stadtteil Dellbrück

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphahn gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozess des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Eckhaus Aschenbrödelweg 2 ist ein zweigeschossiges "Abschlussgebäude" einer Hausfront gleicher Baueinheiten (Märchenstr. 14 bis 50). Es liegt deutlich zurück versetzt, so dass eine komplizierte Dachgestaltung (zurück versetztes Satteldach, das in ein quer liegendes Walmdach mündet) entsteht, die eine Akzentuierung des Zeilenendes bewirkt. Die Hauptfront-Fassade ist zweiachsig und zeigt in der zweiten Achse ein breites (Erdgeschoss) bzw. quadratisches (Obergeschoss) Fenster mit abgeschrägter Laibung. In der ersten Achse öffnet die sonst geschlossene Putzfassade ein breites, dreiteiliges, um die Ecke verlaufendes Verandafenster eines niedrigen Altans, der mit einem Flachdach die Horizontale betont. Die Eingangsfassade des o.g. Hauses zeigt drei Achsen mit einem flach überdachten Eingang in der Mitte und unterschiedlich großen, unregelmäßig verteilten Fenstern mit abgeschrägten Laibungen.

Auch die gemeinsame, einheitliche, durchgehende Einzäunung der Vorgärten (horizontale Holzleiter), die nur durch die Eingangstörchen unterbrochen wird, macht den ganzen Hausblock zur ästhetischen Einheit (Bauhaus-Stil).

Eine Holztreppe, Zimmertüren, ein brauner Kachelofen, Sprossenfenster und eine schwere Eichenholz-Haustüre dokumentieren die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung und der zugehörigen Gartenflächen unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0