Siedlung "Märchensiedlung"

Aschenbrödelweg 1 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2492
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Märchensiedlung"
Adresse Aschenbrödelweg 1, 51067 Köln
Baujahr1920er Jahre
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.07.1984
Stadtteil Dellbrück

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts nach den Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. Wilhelm Riphahn gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozess des einstigen Dorfes Holweide zu einem Kölner Vorort.

Das o. g. Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Eckhaus Aschenbrödelweg 1 ist ein zweigeschossiges "Abschlussgebäude" einer Hausfront gleicher Baueinheiten Märchenstraße Nr. 56 bis Nr. 72. Es liegt deutlich zurückversetzt, so dass eine komplizierte Dachgestaltung (zurückversetztes Satteldach, das in ein querliegendes Walmdach mündet) entsteht, die eine Akzentuierung des Zeilenendes bewirkt. Die Hauptfrontfassade ist zweiteilig und zeigt im linken Teil je ein Fenster mit abgeschrägter Laibung im EG und OG. Rechts öffnet die sonst geschlossene Putzfassade ein breites, dreiteiliges um die Ecke verlaufendes, original vergittertes Verandafenster eines niedrigen Parterreerkers, der mit einem Flachdach die Horizontale betont.

Die Eingangsfassade des o. g. Hauses ist dreigeteilt mit einem flach überdachten Eingang mit drei Stufen und einem schmalen Treppenhausfenster in der Mitte und unterschiedlich großen, unregelmäßig verteilten Fenstern mit Sprossengliederung und abgeschrägten Laibungen.

Eine Holztreppe, Sprossenfenster und eine schwere Eichenholzhaustür dokumentieren die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung und der Gartenflächen unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0