Siedlung "Märchensiedlung"

Rapunzelgäßchen 1 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1824
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Märchensiedlung"
Adresse Rapunzelgäßchen 1, 51067 Köln
Baujahr1920er Jahre
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1983
Stadtteil Holweide

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Haus ist ein Teil eines eingeschossigen Doppelhauses (Nr. 1 und 3). Es wurde 1920/21 nach Plänen von W. Riphan errichtet. Je ein kleiner, vorgesetzter Anbau links und rechts mit einem Walmdach und einem auffälligen Schornstein bilden zusammen mit dem Hauptgebäude einen kleinen, halb geschlossenen Vorgarten. Ein tief herunter reichendes Satteldach (Schleppdach) mit einer Doppeldachgaube überdacht eine Eingangsloggia, in der sich ein großes, rechteckiges Fenster befindet.

Eine Holztreppe, Sprossenfenster und die schwere EichenholzHaustüre dokumentieren die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0