Siedlung "Märchensiedlung"
Rapunzelgäßchen 2 · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1826 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Märchensiedlung" |
| Adresse | Rapunzelgäßchen 2, 51067 Köln |
| Baujahr | 1920er Jahre |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.11.1983 |
| Stadtteil | Holweide |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.
Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.
Das zweigeschossige Haus ist das einzige freistehende Gebäude in der ganzen Siedlung. Es wurde 1920/21 nach Plänen von W. Riphan errichtet und 1926 erweitert und vermittelt einen villenähnlichen Charakter. Es ist zur Straße durch einen niedrigeren, zum Hauptgebäude quer stehenden Anbau erweitert, so daß ein kleiner, halb geschlossener Vorhof entstand, wodurch der vornehme Eindruck des Hauses noch verstärkt wird. Die Straßenfassade ist mit drei Achsen symmetrisch gegliedert: Im Obergeschoß mit drei breiten Segmentbogenfenstern (originale Sprossengliederung), im Erdgeschoß mit je einer Dreiergruppe kleiner, vergitterter Fenster (erste und dritte Achse) und einem Rundbogeneingang in der Mitte. Jede der Achsen gipfelt vor einem Satteldach in einen kleinen, dreieckigen Frontgiebel. Der Anbau zeigt in zwei Geschossen und mit zwei Achsen die gleichen Fensterformen in entsprechenden Geschossen. Die linke Ecke eines kombinierten Daches (Flach- und Schleppdach) ist durch einen massiven Schornstein akzentuiert.
Die Rückfassade des Hauptgebäudes ist ebenso zweigeschossig und mit vier Achsen symmetrisch gegliedert. Rechts vom Hauptgebäude steht ein kleines Garagenhäuschen, das wegen der Bekrönung durch einen Dreieckgiebel an einen antiken Tempel erinnert.
Eine Holztreppe, ein grüner Kachelofen und Sprossenfenster dokumentieren die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.
Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.
Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0