Siedlung "Märchensiedlung"

Schneewittchenweg 15 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1844
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Märchensiedlung"
Adresse Schneewittchenweg 15, 51067 Köln
Baujahr1920er Jahre
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1983
Stadtteil Holweide

Erbaut um 1922, Architekt Manfred Faber, 2-geschossiges Wohnhaus der Märchensiedlung. Mittelteil einer in der Geschosshöhe gestaffelten Dreiergruppe; symmetrische Putzfassade mit 3 Achsen und axialem, vorspringendem abgerundeten Eingangsbereich; niedriges Satteldach. Bestandteil der Häusergruppe Nr. 1-17. Fenster und Haustür erneuert. Rückwärtige Fassade verändert.

Im Inneren: originale Holztreppe.

Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit originaler Einfriedung sowie der rückwärtige Garten.

Bei dem o. g. Objekt handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch ortsgeschichtliche, städtebauliche und baugeschichtliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus Schneewittchenweg 15 ist Bestandteil der Märchensiedlung, die nach Plänen der Architekten Manfred Faber und Wilhelm Riphahn im Rahmen der rechtsrheinischen Erschließung Kölns mit Siedlungen zwischen 1922 und 1929 errichtet wurde.

Unregelmäßig angeordnete, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge sowie Einfamilienhäuser, welche durch Vor- und Rücksprünge zu aufgelockerten, Häuserzeilen angeordnet wurden, sind die typischen Merkmale jener Siedlung. Dies zeugt von Intention der Planer, eine Kleinstadt mit ländlich-romantischem Charakter im Grünen zu schaffen.

Die vergleichsweise aufwendige Konzeption der Einzelhäuser und die großen Zier- und Nutzgärten dokumentieren zudem die Absicht, für eine mittelständische Bevölkerungsschicht ein „Wohnen in der Idylle“ mit Wirtschaftlichkeit zu verbinden. Von besonderer Bedeutung für die Märchensiedlung ist die Übertragung der aus England kommenden Gartenstadtbewegung auf den sozialen Wohnungsbau, der Kölns städtebauliche Entwicklung in den 20er Jahren überwiegend prägte.

Gleichzeitig stellt die Märchensiedlung die letzte Gartenstadtsiedlung der GAG dar. Die vorrangig im Heimatstil städtischer Prägung errichtet wurde, und ist zudem die einzige Kölner Kleinsiedlung, die noch weitgehend im ursprünglichen Sinne erhalten ist.

Das Objekt dokumentiert einen Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Aufgrund der Einbindung des Hauses Schneewittchenweg 15 in das Gesamtkonzept dieser bedeutenden Siedlung, sowie wegen der ästhetisch doch weitgehend original erhaltenen Fassade, ist der Erhalt des o.g. Hauses als integraler Bestandteil der Märchensiedlung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0