Siedlung "Märchensiedlung"

Schneewittchenweg 13 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1843
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Märchensiedlung"
Adresse Schneewittchenweg 13, 51067 Köln
Baujahr1920er Jahre
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1983
Stadtteil Holweide

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Haus ist ein ein- bzw. zweigeschossiges, dreiteilig gegliedertes Gebäude, das seinerseits den Abschluß einer Hauszeile gleichartiger Baueinheiten (Nr. 1 bis 17) bildet. Die dekorlose Putzfassade zeigt in drei Achsen eine charakteristische Aufteilung: In der dritten Achse wächst das Erdgeschoß in ein turmartiges Obergeschoß über, das mit einem flachen Zeltdach bekrönt ist; der Mittelteil mit einem Rundbogeneingang weist ein niedrig herunterreichendes Satteldach auf; in der ersten Achse befindet sich ein niedrigerer, leicht zurück versetzter Anbau, der an das Nachbarhaus anschließt. Die ausdifferenzierte Dachgestaltung vermittelt einen dörflich-romantisierenden Eindruck der ganzen Hausgruppe.

Eine Holztreppe, Zimmertüren, ein Kachelofen, Sprossenfenster und eine schwere Eichenholz-Haustüre dokumentieren die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0